Niederwieser: Arbeitslosigkeit verschlechtert Bildungschancen

"Kreislauf der Hoffnungslosigkeit aus Armut und schlechter Ausbildung durchbrechen"

Wien (SK) - "Je mehr sich in Österreich die Kluft zwischen Arm und Reich wieder auftut, desto drastischer wirkt sich aus, dass in unserem Bildungssystem die soziale Herkunft eine große Rolle spielt", sagte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser vor dem Hintergrund der herrschenden Rekordarbeitslosigkeit mit mehr als 350.000 Betroffenen. "Arbeitslosigkeit ist nicht nur dramatisch für die Betroffenen, sondern auch für deren Kinder", so Niederwieser. Denn laut PISA-Studie zählt das österreichische Bildungssystem zu jenen, bei denen Kinder aus sozial schwächeren Familien die schlechtesten Chancen haben. ****

Die Hauptursache für die soziale Differenzierung der Bildungschancen ist nach Überzeugung von Niederwieser das unzureichende Angebot an ganztägigen Schulen und die frühe Zuweisung der Kinder auf Sonderschule, Hauptschule und AHS-Unterstufe. Mit dem 10. Lebensjahr muss diese Entscheidung bereits getroffen werden, in den PISA-Siegerländern erst mit 14/15.

"Wenn heuer um fast 50 Prozent mehr Menschen ohne Arbeit und Familien ohne Erwerbseinkommen sind als im Jahr 2000, dann tut sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf, und das wird an die Kinder weitergegeben", warnte Niederwieser, "das sehen inzwischen alle Wissenschafterinnen und Wissenschafter, aber auch Bildungsexpertinnen und -experten quer durch die Parteien als großes Unrecht und Vergeudung von Talenten an". Schlechte Ausbildung vergrößere nämlich die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit, und rund 20.000 kommen so Jahr für Jahr in einen Kreislauf der Hoffnungslosigkeit, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt.

"Damit das Versagen der Regierung in der Beschäftigungspolitik nicht mit voller Wucht auch die Kinder trifft, braucht es auch eine vorurteilsfreie Diskussion über die Nachteile einer frühen äußeren Differenzierung im Bildungssystem", betonte der SPÖ-Bildungssprecher. Er verlangt von Ministerin Gehrer die schon vor Monaten angekündigte Kommission aus Expertinnen und Experten, die sich mit den Schwächen unserer Bildungsorganisation beschäftigt. "Wir haben dazu klare Vorstellungen für ein gerechtes und faires Schulsystem in einer gemeinsamen Schule bis 15, in der jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend bestmöglich gefördert wird", betonte Niederwieser abschließend. (Schluss) wf

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