Khol: Neuer Vorsitz-führender Präsident des Österreichischen Seniorenrates legt Arbeitsschwerpunkte vor

Volle Wertsicherung der Pensionen hat oberste Priorität - Pensionsanpassung 2006 ist in Europa einzigartig

Wien (OTS) - "Die volle Werterhaltung der Pensionen hat für mich erste Priorität", stellt der ab 1.1.2006 neue Vorsitz-führende Präsident des Österreichischen Seniorenrates, NR-Präs. Dr. Andreas Khol, der zugleich auch Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes ist, fest, wobei die österreichische Pensionsanpassung 2006 im internationalen Vergleich einmalig ist. 95 % aller Pensionen erhalten die volle Inflationsabgeltung von 2,5 %, Pensionen über 1.875 Euro eine Erhöhung von 46,88 Euro, während z.B. in Deutschland die Pensionen 7 (!) Jahre überhaupt nicht erhöht werden. Die Aufwertung des Österreichischen Seniorenrates als 5. Sozialpartner, Ausbau der Mitbestimmung in der Sozialversicherung sowie Landes-Seniorengesetze in allen Bundesländern sind nur einige Schwerpunkte des künftigen Vorsitz-führenden Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates NR-Präs. Dr. Khol.

Hier die einzelnen Arbeitsschwerpunkte im Detail:

  • Seniorenrat als 5. Sozialpartner: Der Österreichische Seniorenrat ist seit dem Jahr 2000 in allen Angelegenheiten, die Senioreninteressen berühren können, den gesetzlichen Interessenvertretungen der Dienstnehmer, der Wirtschaftstreibenden und der Landwirte gleichgestellt. Diese gesetzliche Bestimmung des Bundes-Seniorengesetzes ist zu konkretisieren, wobei als erster Schritt eine Verankerung dieser Forderung in alle Wahlprogramme erfolgen sollte.
  • Die Beiräte der Sozialversicherungsträger (inklusive Hauptverband) erhalten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit nicht einmal ein Taggeld, ein solches ist als Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit einzuführen.
  • Weiterer Ausbau der Mitbestimmung der Senioren auf allen Entscheidungsebenen: So sind z.B. im Rahmen der jetzt gerade in Umsetzung befindlichen Gesundheitsreform derzeit weder auf Bundesebene (Bundesgesundheitsagentur) noch auf Landesebene (Landesplattformen bzw. Landeskonferenzen) Seniorenvertreter vorgesehen.
  • 7 Euro ÖBB-Aktion - Senioren könne am Wochenende um 7 Euro in ganz Österreich fahren: Diese Aktion wird von Präsident Khol ausdrücklich begrüßt, darüber hinaus ist aber eine zeitliche Ausdehnung auf zumindest Sonntag, 17.00 Uhr (statt 12.00 Uhr) sowie einheitliche Altersgrenze von 60 Jahren (bisher: 60/65) notwendig. Bei der letzten Herbstaktion beteiligten sich 100.000 Pensionisten und die ÖBB konnte 10.000 neue Vorteilscard- Besitzer begrüßen.
  • Pensionistenindex: Um festzustellen, ob die Verbraucherpreise in Seniorenhaushalten in gleichem Umfang steigen wie in allgemeinen Haushalten wurde vom Österreichischen Seniorenrat die Erstellung eines "Pensionistenindex" in Auftrag gegeben. Dieser wird voraussichtlich vor dem Sommer 2006 der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Die Erstellung eines Bundesseniorenplanes (Festlegung der Grundzüge künftiger Seniorenarbeit) durch das Sozialministerium ist bereits im "Seniorenbericht 2000" vorgesehen und nunmehr zu realisieren.
  • Die Bundes-Seniorenförderung für Seniorenorganisationen ist seit 7 Jahren nicht mehr erhöht worden, ein Ausgleich des Wertverlustes ist erforderlich, z.B. durch eine Erhöhung von 0,80 auf 1 Euro pro Senior. Auch Landeszuschüsse sollten mit der Inflationsrate angepasst werden.
  • Derzeit gibt es nur in einigen Bundesländern (z.B. Kärnten, Burgenland) Landes-Seniorengesetze analog dem Bundes-Seniorengesetz, eine Ausweitung auf alle Bundesländer ist wünschenswert.
  • Das Diskriminierungsverbot auf Grund des Alters, die Briefwahl sowie eine Alterssicherung sind verfassungsrechtlich zu verankern.
  • Der Zugang der älteren Generation zur Informationstechnologie ist zu fördern, z.B. durch verstärkte Förderung von Schulungen.
  • Die Fahrkartenautomaten von öffentlichen Verkehrseinrichtungen, wie z.B. ÖBB, Wiener Verkehrsbetriebe etc. sind im Sinne einer leichteren und verständlicheren Handhabung neu und besser zu gestalten.
  • Der gerade für Senioren besonders wichtige öffentliche Verkehr ist verstärkt zu fördern, wie z.B. durch günstigere Tarife, attraktivere Bahnhöfe etc.
  • Kontoführungsgebühren bei niedrigen Pensionen abschaffen: Gerade für Personen mit niedrigen Einkommen stellen die Kontoführungsgebühren eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
  • Konsumentenschutz: Änderung der Lebensmittelkennzeichenverordnung (große Schrift), seniorengerechte Mobiltelefone, etc.

Weiters ist eine Enquete des Österreichischen Seniorenrates zum Thema "Lebensqualitätsprüfung" geplant.

"Als neuer Vorsitz-führender Präsident des Österreichischen Seniorenrates stellt für mich die Umsetzung dieses umfangreichen und ambitionierten Arbeitsprogramms im kommenden Jahr eine große und interessante Herausforderung dar, so Präsident Khol.

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Österreichischer Seniorenbund
Generalsekretär Heinz K. Becker
Tel.. 0699/111-777-16

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