ARBÖ: Bonus-Malus für Diesel-PKW brachten dem Finanzminister höhere Steuern

65 Prozent der Autokäufer mussten für ihren Diesler die Strafsteuer zahlen

Wien (OTS) - Das Bonus-Malus für neugekaufte Diesel-PKW
entwickelte sich für den Finanzminister zu einem guten Geschäft, kritisiert ARBÖ-Präsident Dr. Peter Rezar: "Grasser hat mehr Strafsteuern kassiert als Bonuszahlungen geleistet. Das zeigen die Einnahmen aus der Normverbrauchsabgabe, die um 4,9 Millionen auf 373,3 Millionen angestiegen sind" Der ARBÖ bekräftigt seine Forderung, umweltfreundliche Autokäufer stärker zu fördern als zu strafen.

Dass der Finanzminister mit dem Bonus-Malus-System ein Zusatzgeschäft machen wird, hat der ARBÖ schon vor Einführung der Strafsteuer prognostiziert und kritisiert. Der Grund: Es werden am Markt einfach noch viel zu wenig Automodelle mit Partikelfilter angeboten" So mussten zwischen Juli und November 2005 nach Angaben von Eurotax Glasses 65 Prozent der Käufer großer Diesel-PKW (über 80 kW bzw. über 110 PS) die Strafsteuer schlucken, weil sie keine Partikelfilter eingebaut hatten. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 34.407 Stück große Dieselfahrzeuge neu zugelassen, davon 22.417 ohne Partikelfilter.

"Im kommenden Jahr wird das Zusatzgeschäft für den Finanzminister auf Kosten der Autofahrer noch größer", muss der ARBÖ-Präsident aufgrund der aktuellen Marktsituation befürchten. Denn ab Jänner wird das Bonus-Malus System auch auf die kleinen Diesel-Modell ausgedehnt. "Und hier schaut es laut Erhebungen von Eurotax Glasses schlecht aus. Nach jüngstem Stand sind nur 20 Prozent der am Markt angebotenen kleineren Diesel-PKW mit einem Partikelfilter ausgestattet"

Aber auch für Autokäufer eines Diesel-PKW mit Partikelfilter reicht der angebotene Bonus von 300 Euro nicht aus, um die Mehrkosten für den Partikelfilter abzudecken. Ein Fahrzeug mit Partikelfilter kostet mehr als eines ohne. Hinzu kommt ein geringfügig höherer Dieselverbrauch.

Anzeigen nach dem Motto "Hätti wari"

Angesichts dieser Fakten sieht es der ARBÖ-Präsident als höchst befremdlich an, wenn sich der Umweltminister mit großen Anzeigen in vielen Tageszeitungen mit dem Bonus-Malus System brüstet und als Steuervorteil nicht nur den Bonus von 300 Euro angibt, sondern auch noch gleich den entgangenen Malus von 150 Euro hinzurechnet. Ganz nach dem Motto "Hätti-wari": Hätte ich keinen Diesler mit Partikelfilter bekommen, wäre mir der Bonus von 300 Euro entgangen und ich hätte auch noch 150 Euro mehr Normverbrauchsabgabe zahlen müssen.

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