Niederwieser zu Veit Sorger: "Mehr Fantasie und Fairness, Herr Präsident!"

Zeit für Weiterbildung wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit und individuelle Job-Chancen

Wien (SK) - Kritik übt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser an den Aussagen von Industriellenvereinigung-Präsident Veit Sorger zum Thema Arbeitszeit. "In der Industriellenvereinigung werden zwar interessante Papiere über die Notwendigkeit der Weiterbildung und des lebensbegleitenden Lernens produziert, aber deren Präsident fällt nicht viel mehr ein, als die Normalarbeitszeit auszuweiten und sich damit Überstundenzuschläge zu ersparen; angeblich wegen der Konkurrenzfähigkeit, in Wirklichkeit aber wohl eher, damit die Gewinne nicht nur einstellig, sondern zweistellig sind." Für Niederwieser ist diese Forderung sowohl bildungs- als auch sozialpolitisch eine Enttäuschung: Denn Zeit für Weiterbildung sei sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit als auch die individuellen Job-Chancen des Einzelnen wichtig. ****

Für den sozialdemokratischen Bildungssprecher besteht zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Weiterbildung ein enger Zusammenhang: "Die Erstausbildung reicht nie mehr aus, weder beim Monteur noch beim Manager. Die Unternehmen selbst, aber auch der Staat und der einzelne, müssen mehr in die Weiterbildung investieren. Die Bildungskarenz (eine Erfindung der SPÖ-Regierung), das Bildungssparen, die öffentliche Bildungsförderung, die steuerliche Begünstigung von Weiterbildung und die Öffnung der Schulen, Hochschulen und Universitäten für die Weiterbildung sind für die Wettbewerbsfähigkeit ebenso wichtig wie für die Sicherung des einzelnen Arbeitsplatzes und die persönliche Entwicklung!"

Für Niederwieser ist ausreichend Zeit ein wesentlicher Faktor bei der Weiterbildung: "Monatelang drei Stunden nach einem anstrengenden Arbeitstag sind lerntechnisch in der Regel viel schlechter als mehrere Halbtage oder durchgehend einige Wochen bei reduzierter Arbeitszeit. Wir wollen daher Modelle forcieren, die Weiterbildung professionell ermöglichen und andererseits die Arbeit auf mehr Leute verteilen. Lernen muss ein permanenter Prozess sein; das Modell des Präsidenten Sorger hingegen bedeutet, dass die einen länger arbeiten, während die anderen als arbeitslose Reserve zwangsbeschult werden. Das mag der ÖVP und dem BZÖ gefallen, für die SPÖ ist das aber kein Modell mit Zukunft, weil es ungerecht und kurzsichtig ist", so Niederwieser abschließend, der sich vom IV-Präsidenten "mehr Fantasie und Fairness" in Sachen Arbeitszeit und Weiterbildung erwartet. (Schluss) ah

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