Hilfswerk fordert 2006 mehr Unterstützung für ältere Menschen

Präsident Othmar Karas legt 7 Punkte für menschengerechte Pflege vor

Wien (OTS) - Hilfswerk-Präsident Othmar Karas erinnert zum Jahreswechsel an die Defizite im Bereich Pflege und Betreuung älterer Menschen in Österreich und fordert 2006 mehr Unterstützung für pflegebedürftige Menschen und deren Angehöriger ein. Karas fordert 7 Punkte für menschengerechte Pflege, weil dieses Thema von den Verantwortlichen in Bund und Ländern zu zögerlich aufgenommen wird.

"Es mangelt immer noch an einer adäquaten finanziellen Ausstattung der mobilen Pflege durch die verantwortlichen Länder, obwohl die meisten älteren Menschen zu Hause alt werden wollen und diese Art der Pflege im Vergleich zu stationären Einrichtungen günstiger ist", sagt Karas. "Die Angebote müssen auch flexibler werden. Neben der mobilen Hilfe und Pflege daheim sind es betreute und betreubare SeniorInnenwohnungen, die gefragt sind, in einem möglichst selbstbestimmten Umfeld, in überschaubaren Einheiten, in der gewohnten lokalen Umgebung", so Karas. Derzeit zeigt Österreich gerade bei der Kombination von mobiler Pflege und teilstationären Angeboten die größten Defizite. 80% aller SeniorInnen werden von Angehörigen gepflegt. Diese kann man mit mobilen Diensten und teilstationären Angeboten effektiv entlasten (Tagespflege, Urlaubspflege, Kurzzeitpflege). "Die Träger sind bereit, aber sie brauchen eine Finanzierungszusage von den verantwortlichen Ländern."

"Die Pflege hat immer noch keinen Sitz und keine Stimme in den neu geschaffenen Gesundheitsagenturen. Das Hilfswerk fordert ein Case&Care-Management, das die betroffene Patientin bzw. den betroffenen Patienten über alle Sektorengrenzen hinweg konsequent in den Mittelpunkt aller Betrachtungen und Entscheidungen stellt. Die gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse der Menschen sollten entscheidend sein, nicht die der Institutionen", so Karas weiter.

Karas erneuert die Forderung des Hilfswerks nach einem Pflegeberatungsscheck zusätzlich zum Pflegegeld. "Mit der Einführung dieser Beratungsschiene würden vor allem die pflegenden Angehörigen entlastet, deren psychischer und körperlicher Überlastung entgegen gewirkt und mögliche Fehler in der Pflege und deren menschlich tragische und kostenintensive Folgen wirksam verhindert werden."

Zu langsam ist laut Karas auch die Umsetzung der §15a-Vereinbarungen zur einheitlichen Regelung der Sozialbetreuungsberufe in den Ländern und die Reform der Krankenpflegeausbildung, damit diese mit dem Regelschulwesen verzahnt und aus ihrer Ghetto- und Sackgassen-Situation herausgeholt wird.

Othmar Karas erinnert auch an das große Problem der illegalen "Pflegekräfte" bzw. der illegalen Betreuung in Österreich (24 Stunden-Betreuung durch ausländische Vereine). "Das Hilfswerk fordert die Politik auf, sich mit dieser Problematik aktiv auseinander zu setzen. Es geht um eine Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um arbeitsrechtliche Problematiken sowie die Gewährleistung von Sicherheit und Qualität für die Betroffenen. Derzeit tragen die Gepflegten das alleinige Risiko und auch die Pflegeorganisationen, die für die Fachpflege oft zusätzlich herangezogen werden, sind durch den "grauen Schwebezustand" beeinträchtigt. Wir helfen gerne dabei, Lösungen zu erarbeiten!", so Karas abschließend.

Das Österreichische Hilfswerk ist mit seinen Landesverbänden und dem Hilfswerk Austria einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. Es beschäftigt 7.500 MitarbeiterInnen und erwirtschaftet in den Geschäftsbereichen Hilfe und Pflege, Kinder-und Jugendbetreuung, sowie Beratung und Bildung einen Jahresumsatz von Euro 138 Millionen und ist auch als Hilfsorganisation in Krisengebieten sehr aktiv.

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