Neues Volksblatt: "Schatten" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 28. Dezember 2005

Linz (OTS) - Und nochmals: Auch zum Ende des Gedenkjahres musste
der Verfassungsgerichtshof ausrücken, um zu bestätigen, dass es 50 Jahre nach dem Staatsvertrag noch kräftige Lücken im Umgang des Rechts-staats mit den österreichischen Volksgruppen gibt. 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und ein halbes Jahrhundert nach der Wiedererlangung der Souveränität bleibt damit ein Schatten, der in einem vereinten Europa, dem seit nunmehr über zehn Jahren auch Österreich angehört, mehr als nur anachronistisch anmutet - schwingen dabei doch Nachkriegsfronten und Kalter-Krieg-Allüren gedanklich kräftig mit.
Juristische Winkel- und Argumentationszüge über Verantwortlichkeiten hin oder her: Die überfällige Lösung des Problems kann nur in Kärnten selbst liegen. Dort sind besonnene und zukunftsfähige Kräfte auf beiden Seiten gefordert, die Zeit der Scharfmacher zu überwinden und einem natürlichen Zusammenleben von Volksgrupppen - wie es in zweisprachigen Ortstafeln zum Ausdruck kommt - zum Durchbruch zu verhelfen. Jörg Haider kann sich dabei als Staatsmann beweisen. Wenn er es will.

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