ÖBB zu VfGH-Erkenntnis: Kundenbedürfnisse bleiben unberücksichtigt

Huber: "Völlig veraltetes Dienstleistungsverständnis"

Wien (OTS) - "Das Erkenntnis zeigt, dass in der Diskussion um das Angebot auf Bahnhöfen von einem völlig veralteten Dienstleistungsverständnis ausgegangen wird," so ÖBB-Chef Martin Huber in einer ersten Reaktion auf das heute bekannt gewordene Erkenntnis der Verfassungsgerichtshofes. "Ein Bahnhof hat heute in weiten Teilen eine andere Funktion in der Gesellschaft und im Wirtschaftsleben. Neben der Funktion als Verkehrsdrehscheibe im Reiseverkehr haben die ÖBB auch die Bedürfnisse anderer Kunden auf Bahnhöfen zu berücksichtigen", so Huber. Die heutige Entscheidung ginge daher klar an den Interessen der Kunden vorbei und treffe neben den Fahrgästen auch Tausende andere Kunden, die täglich auf den Bahnhöfen einkaufen, sonstige Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder arbeiten.****

"Es ist Zeit zu erkennen, dass nicht nur die Bahn an sieben Tagen in der Woche arbeitet, sondern viele Menschen in Österreich. Bahnhöfe mit wichtigen Versorgungseinrichtungen und einer breiten Produktpalette sind hier ein essentielles Glied", so Huber.

Auf Bahnhöfen selbst arbeiten Menschen zum Teil rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, über ihn kommen und gehen zigtausende Arbeitnehmer jeden Tag und auch am Sonntag. "Und diese Menschen brauchen nicht nur Reiseproviant und Reiseandenken - das war vor 100 Jahren", so Huber. Auch für die übrige Bevölkerung erfüllen Bahnhöfe heute wegen ihrer guten Erreichbarkeit über öffentliche Verkehrsmittel - vor allem auch für nicht-motorisierte Menschen - eine wichtige Versorgungsfunktion.

Die ÖBB fordern daher kunden- und zukunftsorientierte sowie bedarfsgerechte Lösungen, für die es hoch an der Zeit ist. Der Bahnhof ist heute ein spezieller Standort, an dem auch der Einzelhandel sehr gute Erfolgschancen hat. Größere und kleinere Geschäfte ergänzen sich durch Frequenzbringer und einem breiten Angebot an Waren und Dienstleistungen, von dem Handel wie Kunden gleichermaßen profitieren.

Vor allem aber geht es um die Wünsche der Kunden. "Wir wollen unseren Kunden ein gutes, zeitgemäßes und ein ihren Wünschen entsprechendes Angebot bereitstellen, und die Möglichkeit der Sonntagsöffnung gehört hier wesentlich dazu. Es gibt einen Markt dafür und Österreich sollte hier nicht zu einem der Schlusslichter einer internationalen Entwicklung sein", so der ÖBB-Chef.

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