Tobi-Reiser-Preis 2006 an zwei Liedermacherinnen aus Bayern

Kathi Greinsberger und Marianne Böckl werden am 1. März 2006 mit dem Preis ausgezeichnet

Salzburg (OTS) - Es ist das erste Mal, dass 2006 der "Tobi-Reiser-Preis" musikalisch wirkenden Frauen überreicht wird: und zwar an die bayerischen Liedermacherinnen Kathi Greinsberger (Fischbachauer Sängerinnen) und Marianne Böckl (Geschwister Röpfl Dreigesang). Die Überreichung des Preises wird Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller am Mittwoch, 1. März, in der Salzburger Residenz vornehmen. Der Preis ist mit 3.700 Euro dotiert. Die vom Verein der Freunde des Salzburger Adventsingens vergebene Auszeichnung und wird 2006 zum 15. Mal in ununterbrochener Reihenfolge seit dem Jahr 1992 verliehen. Dies gab heute, Mittwoch, 28. Dezember, der Obmann des Vereines der Freunde des Adventsingens, Dr. Roland Floimair, bekannt. Obwohl noch nie eine Frau ausgezeichnet wurde, so Floimair, müsse umso deutlicher hervorgehoben werden, dass die Frau in der Volkskultur eine weit größere und tiefere Rolle einnehme und ausübe, als je ein Preis ausdrücken könne.

Bei Kathi Greinsberger und Marianne Böckl werde aber nicht hauptsächlich ihre Tätigkeit als Sängerinnen gewürdigt, sondern besonders ihr Anteil als Liedermacherinnen, betonte der Ver-einsobmann weiter. Für Marianne Böckl und Kathi Greinsberger sei die Auszeichnung mit dem "Tobi-Reiser-Preis" auch ein Dank für ihr an junge Generationen vermitteltes Werk.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Jury, die ihre Wahl folgendermaßen begründete: "Die Entscheidung der Juroren für die Vergabe des Tobi-Reiser-Preises 2006 fiel auf zwei oberbayerische Sängerinnen und Liedermacherinnen: Marianne Böckl, geb. Röpfl aus Fischbachau und Kathi Greinsberger aus Fischbachau. Es ist das erste Mal, dass der Tobi-Reiser-Preis musikalisch wirkenden Frauen überreicht wird. Umso deutlicher muss hervorgehoben werden, dass die Frau in der Volkskultur eine weit größere und tiefere Rolle einnimmt und ausübt, als je ein Preis es ausdrücken kann.

An Marianne Böckl (Röpfl) und Kathi Greinsberger wird der Tobi-Reiser-Preis nicht nur verliehen, weil diese zwei Frauen unabhängig voneinander mit ihrem Singen über Jahrzehnte eine ganz spezielle Form des Dreigesanges vorbildhaft pflegten, sondern weil sie aus ihrer Begabung heraus neue Lieder schufen, die Verbreitung fanden und damit eine Welle schöpferischer Befassung mit dem überlieferten und dem neuen Liedgut einleiteten. Ein derartiges Schaffen kann nur aus der Kenntnis der musikalischen Traditionen herauswachsen; Traditionen, die sich in den alpenländischen Lebenswelten zu starken Sonderformen entwickelt haben.

Marianne Böckl hat mit ihrer Schwester Leni und ihrem Bruder Hartl den Dreigesang "Geschwister Röpfl" gebildet, der in mehr als 25 Jahren mit allen wichtigen bayerischen und salzburgischen Sängern und Musikanten befreundet war. Groß war die Freundschaft mit dem oberbayerischen Volksmusikpfleger Wastl Fanderl, dem ersten Träger des Tobi-Reiser-Preises. Er hat den außerordentlich schönen Gesang der Geschwister Röpfl in vielen seiner Rundfunk- und Fernsehsendungen verbreitet. Dadurch haben auch die Lieder dieses Dreigesangs eine Fortsetzung in anderen Singgruppen gefunden.

Kathi Greinsberger ist zuallererst mit ihren Freundinnen Fanny Bucher und Rosi Prohazka als Fischbachauer Sängerinnen bekannt geworden. Dieser Frauen-Dreigesang pflegte und perfektionierte ein Singen in hoher Lage, dessen Klangfarbe befruchtend auf das weite Feld der Liedpflege in Oberbayern, Salzburg und Tirol einwirkte. Für Tobi Reisers Salzburger Adventsingen waren die Fischbachauerinnen ein Vorzeige-Ensemble von besonderer Qualität. Von den vielen Liedern, die Kathi Greinsberger 1968 auch als Büchlein herausgab, haben sich einige spontan in Bayern und Österreich verbreitet, denn die Thematik dieser Lieder und die damit verbundene Weise hat die jungen Ensembles positiv angesprochen. Ihre Lieder zeigen auf, mit welch poetischen und musikalischen Mitteln ein der Tradition verpflichtetes Schaffen möglich ist, das auch den gegenwärtigen Erwartungen und Vorstellungen von volksliedhaftem Singen entspricht.

Für Marianne Böckl und Kathi Greinsberger sei die Auszeichnung mit dem Tobi Reiser-Preis auch ein Dank für ihr an junge Generationen vermitteltes Werk.

Der Jury gehören unter dem Vorsitz von Vereinsobmann Dr. Roland Floimair, Raimund Eberle, Regierungspräsident von Oberbayern i.R., Hochschulprof.iR Walter Deutsch, Hans Köhl, Walter Müller und Mag. Maria Walcher sowie als Preisträger 2004 Prof. Peter Moser an.

Der "Tobi-Reiser-Preis" wurde 1992 das erste Mal vergeben und zwar an den Volksmusikpfleger Wastl Fanderl. Seither wurden weitere 13 Preisträger ausgezeichnet:

1993: Pongauer Viergesang,
1994: Musiker Anton Mooslechner und Matthias Häusler,
1995: Moderator und Volkskulturexperte Philipp Meikl,
1996: Theatermann Charly Rabanser und der Verein m2 Kulturexpress, 1997: em. HS-Prof. Wilhelm Keller,
1998: der Instrumentenbauer Konrad Schlegl,
1999: der Südtiroler Volksmusikpfleger Franz Kofler,
2000: der Mundartdichter Max Faistauer,
2001: die Geschwister Eisl,
2002: der Ramingsteiner Bürgermeister Johann Bogensberger,
2003: HS-Prof. i. R. Walter Deutsch,
2004: Hermann Mayrhofer, Leiter des Bergbaumuseums Leogang,
2005: Prof. Peter Moser, Tiroler Musiker und Medienfachmann.

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