SP-Frauenchefin Ablinger: 44% der Frauen zwischen 18 und 39 wollen bessere Kinderbetreuung

Kritik an Schönfärberei der Elternbefragung zur Kinderbetreuung

Linz (OTS) - Kritik an der kritiklosen Schönfärberei der Elternbefragung 2005 kommt auch von der SP-Frauenvorsitzenden Sonja Ablinger. "Bei solchen Befragungen werden stets nur Eltern befragt, die es sich bereits irgendwie gerichtet haben, bzw. richten mussten. Also Eltern, die für ihr Kind einen Platz in einer Betreuungseinrichtung bekommen haben und allfällige Betreuungslücken zu gewissen Zeiten, oder einen fehlenden warmen Mittagstisch individuell, meist mit Hilfe von Großeltern, kompensieren", zeigt Ablinger auf und verweist auf eine SORA-Studie im Auftrag der SPÖ-Frauen, bei der ein breiterer Kreis, nämlich Frauen zwischen 18 und 39 Jahren, befragt wurden. 44% dieser Frauen meinten, dass bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten ihr Leben sehr oder ziemlich erleichtern würden und 35% der befragten, nicht berufstätigen Oberösterreicherinnen gaben an, deshalb nicht berufstätig zu sein, weil sich Arbeit und Kinderbetreuung nicht vereinbaren lassen.

"Auch die Elternbefragung des Landes fällt auf den zweiten Blick nicht ganz so rosig aus, wie das weisgemacht werden soll", so Ablinger. Zu teuer, kein Platz, zu wenig Information, Öffnungszeiten passen nicht, Angebot entspricht nicht, oder die Betreuungseinrichtung ist zu weit entfernt, nennen 27,8% der Eltern von unter 3-jährigen und 37,3% der Eltern von Volksschulkindern als Gründe, die gegen eine außerhäusliche Betreuung sprechen.

Die SP-Frauenvorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine Aktion, mit der die SPÖ-Frauen erst im November auf die Kinderbetreuungseinrichtungen in den 445 oö. Gemeinden hingewiesen haben. Nur 86 (19%) aller Gemeinden bieten wirklich ausreichende Kinderbetreuung für Kinder von zwei bis zehn Jahren an. Eine solche heißt für die SPÖ-Frauen:
- täglich länger als acht Stunden geöffnet
- Montag bis Donnerstag ein warmes Mittagessen
- Betreuungsangebote auch für unter 3-jährige und für Volksschulkinder
138 Gemeinden erfüllen zumindest zwei dieser Kriterien, aber 221 Gemeinden und das sind immerhin 50%, erfüllen nur eines oder gar keines, gibt Ablinger zu bedenken. "Ich glaube, dass punktuelle Verbesserungen bei den Betreuungseinrichtungen auf Dauer nicht ausreichen werden. Erst wenn es einen Rechtsanspruch für Eltern auf einen qualitätsvollen, ganztägigen leistbaren Kinderbetreuungsplatz gibt - und zwar von den Kleinsten bis ins Volksschulalter -
werden sich für die Frauen Kinderbetreuung und existenzsichernde Berufstätigkeit in Einklang bringen lassen. Bis dahin gibt es noch viel aufzuholen", so Ablinger abschließend.

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