- 22.12.2005, 09:38:58
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Neuer Lehrgang für FlüchtlingsberaterInnen: erste AbsolventInnen begeistert
Wien (OTS) - Sicherheit vermitteln in einer unsicheren Situation -
das wird auch in den nächsten Jahren eine elementare Aufgabe von
FlüchtlingsberaterInnen sein. Das EQUAL-Projekt "First Aid in
Integration" bietet 240 AsylwerberInnen und 80 NGO-MitarbeiterInnen
die Möglichkeit zur Weiterbildung und Qualifizierung.
NGO-MitarbeiterInnen im Asylbereich sind durch ihre Arbeit oft
großen Belastungen ausgesetzt. Je geringer Fach- und Praxiswissen,
psychologische Kenntnisse und Vernetzungsmöglichkeiten sind, desto
schwieriger ist der Arbeitsalltag.
"First Aid in Integration", ein Wiener EQUAL-Projekt, finanziert
aus EU-Mitteln und Mitteln des BMWA, begegnet dieser Situation unter
anderem mit einem umfangreichen Kursangebot. Die Schulungen für
AsylwerberInnen laufen im Jänner an; der erste Lehrgang für NGOs im
Asylbereich hingegen, durchgeführt von MitarbeiterInnen des Vereins
Asyl in Not, ist bereits erfolgreich zu Ende gegangen.
Michael Genner, Obmann des Vereins: "Ich war begeistert und
gerührt, mit welchem Engagement die KollegInnen nach den Strapazen
der Arbeitswochen, oft direkt aus dem Nachtdienst kommend, an unseren
Schulungen teilgenommen haben. Hier ist quer durch die
Betreuungseinrichtungen eine neue Generation hochmotivierter
MitarbeiterInnen entstanden."
In 96 Stunden bekamen LehrgangsteilnehmerInnen die Möglichkeit,
ihre Kenntnisse sowohl in rechtlichen Belangen zu verbessern, als
auch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Burnout zu erhöhen und ihre
Wahrnehmung der individuellen Bedürfnisse von Flüchtlingen zu
schärfen. Damit leistet "First Aid in Integration" nicht nur einen
Beitrag zu einer sinnvolleren Beratung und Betreuung von Menschen in
dieser belastenden Situation, sondern erhöht auch die
Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen im Asylbereich.
Wie kann die Situation von AsylwerberInnen am Arbeitsmarkt
verbessert werden? Dieser zentralen Fragestellung wurde im Zuge des
Lehrgangs besondere Beachtung geschenkt. Die Tatsache, dass die
österreichische Rechtslage AsylwerberInnen nur in sehr beschränktem
Ausmaß Beschäftigung erlaubt, ist mitunter eines der größten
Probleme, mit denen AslywerberInnen im Alltag zu kämpfen haben. Auch
verstärkt diese Situation die gesellschaftliche Marginalisierung von
AsylwerberInnen und führt oft zu Motivationsverlust und
Dequalifizierung.
Auch die AbsolventInnen fühlen sich durch den Lehrgang gestärkt
und neu motiviert. So bemerkt ein Kursteilnehmer auf die Frage, ob
sich seine Haltung zu den KlientInnen verändert habe: "Durch viele
Diskussionen und Reflexionen bin ich den KlientInnen näher gekommen.
Ich habe jetzt neue Ideen, wie man sie besser unterstützen kann."
Auch Durchsetzungsvermögen und Mut sind gefordert, um, wie eine
Absolventin äußert, "trotz der oft unfreundlichen und unkooperativen
Haltung vieler Behörden", die Interessen der AsylwerberInnen zu
vertreten.
Im Februar beginnt ein zweiter Kursdurchlauf, zu dem diesmal
besonders interessierte ArbeitgeberInnen und MitarbeiterInnen aus dem
öffentlichen Dienst erwünscht sind. Die Anmeldung hat bereits
begonnen.
Durch seinen Lehrgang für NGO-MitarbeiterInnen trägt "First Aid in
Integration" dazu bei, das Niveau der Beratung und Betreuung von
AsylwerberInnen zu sichern und zu verbessern. Gemeinsame Lösungen und
koordinierte Vorgangsweisen werden durch die Vernetzung der
Organisationen untereinander forciert.
Angesichts des mit Jahreswechsel in Kraft tretenden neuen
Asylgesetzes wird dies mehr denn je vonnöten sein.
Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit.
Rückfragehinweis:
First Aid in Integration Aktion 3 - Vernetzung, Verbreitung und Mainstreaming Ines Garnitschnig Mobil: 0676 / 528 90 31 mailto:i.garnitschnig@asyl-in-not.org www.first-aid-in-integration.at
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