Brauner eröffnet Epilepsie Monitoring Unit am AKH Wien

Modernste Behandlungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendliche

Wien (OTS) - Epilepsien gehören weltweit zu den häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. Etwa 75 Prozent aller Neuerkrankungen treten im Kindes- und Jugendalter auf. Epilepsien sind mit Medikamenten behandelbar, etwa 30-40 Prozent erweisen sich jedoch als therapieresistent. Bei manchen dieser PatientInnen kann eine Operation die Heilungschancen verbessern. Viele PatientInnen sind nach einer Operation anfallsfrei. Im Idealfall kann langfristig sogar auf Medikamente verzichtet werden. Die Epilepsiechirurgie hat sich daher in den letzten 30 Jahren zunehmend zu einer wichtigen Therapiemöglichkeit auch im Kindes- und Jugendalter entwickelt. Die Auswahl geeigneter Kandidaten für diese Therapieoption erfolgt mittels prächirurgischer Epilepsiediagnostik an spezialisierten Zentren. Am AKH Wien wurde an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Vorstand Univ. Prof. Dr. Arnold Pollak, in enger Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken für Neurochirurgie, Neuroradiologie, Nuklearmedizin und Neurologie das bislang einzige, auf die prächirurgische Abklärung und operative Epilepsietherapie von Kindern und Jugendlichen spezialisierte Zentrum Österreichs erweitert und modernisiert.

"Die heutige Eröffnung zeigt einmal mehr, dass in Wien Spitzenmedizin auf höchstem internationalen Niveau geboten wird. Das erweiterte Zentrum bietet für Kinder und Jugendliche, die an Epilepsie leiden, ein österreichweit einzigartiges Behandlungsangebot", so Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner heute Montag im Rahmen der offiziellen Eröffnung. Univ. Prof. Dr. Martha Feucht, Leiterin der Epilepsie Monitoring Unit (EMU): "Zukünftiger Schwerpunkt wird in der Behandlung von Säuglingen und Kleinstkindern liegen."****

Epilepsiechirurgie im Kinder- und Jugendalter

Mit der sogenannten Epilepsiechirurgie wird das Hirnareal, von dem die Anfälle ausgehen, entfernt. Gerade im Kindes- und Jugendalter kann durch einen epilepsiechirurgischen Eingriff die Stabilisierung oder Verbesserung der kognitiven und psychosozialen Entwicklung erreicht werden. Zwingende Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die komplette Entfernung des Areals, von dem die Anfälle ausgehen bei gleichzeitiger Schonung essentieller Hirnfunktionen, wie Motorik, Sprache und Gedächtnis. Diese "prächirurgische Epilepsiediagnostik" erfolgt interdisziplinär durch ein eigenes, speziell auf diesem Gebiet ausgebildetes Team von Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Psychologen und medizinisch technischem Personal und ist mit einem beträchtlichen personellen, apparativen und organisatorischen Aufwand verbunden. Seit 1994 befindet sich am AKH Wien das bislang einzige pädiatrische Zentrum für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie in Österreich. Am AKH Wien wurden seit 1995 etwa 100 Kinder- und Jugendliche mit medikamentös nicht ausreichend behandelbaren Epilepsien abgeklärt und an der Univ. Klinik für Neurochirurgie, Vorstand Univ. Prof. Dr. Engelbert Knosp, erfolgreich operiert. Das Zentrum wurde nun erweitert und das AKH setzt dort mit der Medizinischen Universität Wien (MUW) gemeinsam erneut einen neuen internationalen Maßstab für höchste Patientenfreundlichkeit.

Epilepsien

Epilepsien sind eine Gruppe von organischen Erkrankungen des Gehirns. Gemeinsames Merkmal ist das wiederholte Auftreten von epileptischen Anfällen. Epileptische Anfälle entstehen durch eine plötzliche extreme Aktivitätssteigerung von Nervenzellen, entsprechend einem Gewitter oder Kurzschluss im Gehirn. In Österreich leiden ca. 65.000 Menschen an Epilepsie. Die Behandlung der Epilepsie erfolgt zunächst immer mit Medikamenten (sog. Antiepileptika), die sowohl die Entstehung als auch die Ausbreitung von epileptischen Entladungen und damit Anfälle verhindern sollen. In den letzten Jahren konnte durch die Entwicklung neuer besser verträglicher Medikamente die Therapie entscheidend verbessert werden. Ca. 70 Prozent der PatientInnen können mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden. Die Betroffenen können damit ein aktives und weitgehend unbeeinträchtigtes Leben führen. In vielen Fällen können die Medikamente nach mehrjähriger Anfallsfreiheit abgesetzt werden.

Richtiges Verhalten bei einem Epilepsieanfall

o Ruhe bewahren o Anfall genau beobachten, Dauer registrieren o den Patienten vor Verletzungen schützen o nichts in den Mund stecken o keine Wiederbelebungsversuche unternehmen o etwas Weiches unter Kopf und Schultern legen o beengende Kleidung öffnen o sobald als möglich in die stabile Seitenlagerung bringen o solange beim Patienten bleiben, bis dieser sich wieder ganz erholt hat.

Einen Notarzt/die Rettung verständigen falls

o der Anfall länger als 5 Minuten dauert o unmittelbar weitere Anfälle folgen o der Patient sich verletzt hat.

(Schluss) brc

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