ASFINAG schröpft Lkw-Lenker: AK fordert rasche Änderung der Mautordnung

Linz (OTS) - Bei der Arbeiterkammer häufen sich Beschwerden von Berufskraftfahrern über die Vorgehensweise bei der Nachverrechnung von Straßenmaut. Ein Lenker erhielt kürzlich sogar eine saftige Verwaltungsstrafe - er war dienstlich im Ausland gewesen und hatte deshalb die Zahlungsfrist versäumt. Die AK fordert eine rasche Änderung der Mautordnung.

Beim An- und Abkoppeln von Anhängern oder Sattelaufliegern kommt es manchmal vor, dass ein Lkw-Lenker das Umstellen der Go-Box auf die geänderte Achszahl vergisst. Ist die Achszahl zu niedrig eingestellt, schreibt die ASFINAG eine Ersatzmaut von 110 Euro vor. Ist die Achszahl zu hoch eingestellt, wird die zuviel bezahlte Maut hingegen einfach einbehalten. Eine nachträgliche Korrektur der Achszahl bei der Go-Box ist nicht möglich. Der Ersatzmaut kann nur entgehen, wer den tatsächlichen Mautentgang innerhalb von fünf Stunden bei der nächsten ASFINAG-Geschäftsstelle begleicht. Beim Berufsalltag von Lkw-Lenkern ist dies völlig unrealistisch.

Das Beispiel von Friedrich S. zeigt, welche Ungerechtigkeiten die derzeitige Mautordnung auslösen kann. Der Lkw-Lenker hatte am
18. Juli 2005 zirka 700 Meter Stadtautobahn in Linz benützt und vergessen, auf vier Achsen umzustellen. Am 22. Juli ging bei
seiner Firma eine Ersatzmautforderung in Höhe von 110 Euro ein. Der Fahrer war zu dieser Zeit allerdings dienstlich viel im Ausland und kam nicht in die Firma. Somit wurde die Maut-Forderung nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist beglichen. Ein (verspäteter) Einspruch wurde abgelehnt, auch mit der Begründung, dass er nicht von der Firma, sondern vom Lkw-Lenker selbst eingebracht worden war. Die ASFINAG übergab den Akt an die Bezirksverwaltungsbehörde. Kürzlich erhielt Herr S. von dort auch noch eine Verwaltungsstrafe von 400 Euro - damit ist mehr als die Hälfte seines Weihnachtsgeldes weg.

Um künftig derartige Schröpfaktionen zu verhindern, muss die Mautordnung rasch geändert werden. Die Frist zur nachträglichen Entrichtung der Maut ist von derzeit fünf Stunden auf mindestens drei Tage zu verlängern. Außerdem ist die Höhe der automatisch vorgeschriebenen Ersatzmaut mit 110 Euro bei weitem zu hoch. Bei der AK liegen mehrere Fälle auf, wo dieser Betrag in Rechnung gestellt wurde, obwohl der Mautentgang nur wenige Cent betragen hat.

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