"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schwerarbeit bleibt Pfusch" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 16. Dezember 2005

Wien (OTS) - Sozialministerin Ursula Haubner (BZÖ) lässt nicht locker. Ganz im Gegenteil, sie kämpft weiter um ihre Schwerarbeiterregelung. Zuletzt mag sie sich zu ein paar Vereinfachungen durchgerungen haben. Doch das Modell ist nach wie vor nicht mehrheitsfähig (neben Oppositions- wollen auch ÖVP-Vertreter nichts davon wissen), und es ist im Übrigen noch immer nicht gerecht. Die Ursula-Haubner-Regelung soll alljenen, die einer belastenden Tätigkeit nachgegangen sind, einen früheren Pensionsantritt ermöglichen. Weil das frühestmögliche Antrittsalter 60 beträgt, werden grundsätzlich aber nur Männer davon profitieren. Für Frauen wird die Regelung (zumindest auf absehbare Zeit) gar nicht existieren; auch wenn sie ihr Leben lang geschuftet haben, werden sie nicht begünstigt.

Die Männer sollten sich indes nicht zu früh freuen. Wenn sie Pech haben, werden auch sie durch die Finger schauen.
Die Haubner'sche Logik macht's möglich: Wer sich vom 40. bis zum 50. Geburtstag verausgabt hat, kann als Schwerarbeiter durchgehen; wer im Unterschied dazu von 15 bis 49 gebuckelt hat, ist ausgeschieden. Entscheidend soll nämlich sein, dass man (praktisch) ab 40 mindestens zehn Schwerarbeitsjahre zusammengebracht hat.
Zur Frage, wer überhaupt schwer arbeitet, ist Haubner indes keine vernünftigere Antwort eingefallen. Der nichtssagende Kaloirenverbrauch soll ausschlaggebend bleiben.

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