Gusenbauer bei Telefonstunde: Österreichs Kindern bestmögliche Ausbildung ermöglichen

Für Steuerreform, die Klein- und Mittelstand entlastet

Graz (SK) - Der SPÖ sei es ein zentrales Anliegen, Österreichs Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen, betonte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Donnerstag anlässlich einer Telefonstunde bei der "Kleinen Zeitung" in Graz. Die SPÖ trete für eine Gemeinschafts-Schule mit innerer Leistungsdifferenzierung und Klassenschüler-Höchstzahlen von maximal 25 SchülerInnen ein, um qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, machte Gusenbauer klar. Auch gelte es, von der verfehlten Steuerreform abzukommen, die vor allem die Großunternehmen begünstigt. Stattdessen müsse endlich eine Steuerreform gemacht werden, die den Klein- und Mittelstand entlastet. Die heutige Startklar-Tour führt den SPÖ-Vorsitzenden durch den steirischen Bezirk Feldbach, wo Gusenbauer unter anderem den Nahrungsmittelerzeuger Snack&Back sowie die Schnapsbrennerei und Essigmanufaktur Gölles besucht. Ein gemeinsamer Abend mit Alfred Gusenbauer und dem Landesparteivorsitzenden der SPÖ Steiermark, Landeshauptmann Franz Voves, wird den heutigen Startklar-Tourtag beschließen. ****

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit mache ihn besonders betroffen, hob Gusenbauer hervor und forderte die Schaffung eines Lehrlings-Fonds für alle Jugendliche, die nicht eine weiterführende Schule besuchen. Daneben müsse eine grundlegende Veränderung des Schulsystems angestrebt werden, um sicherzustellen, dass alle bestmöglichen Zugang zu Bildung haben, so der SPÖ-Vorsitzende, der sich für die Abschaffung der Studiengebühren aussprach, die wie "soziale Barrieren" wirken.

Für Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen

Er plädiere dafür, das letzte Kindergartenjahr als Vorschuljahr zu führen, um so bereits frühzeitig allfälligen Umstellungsschwierigkeiten begegnen zu können, aber auch um vor allem Kindern mit Migrations-Hintergrund die Gelegenheit zu geben, Deutsch zu erlernen, erläuterte der SPÖ-Vorsitzende einen wichtigen Punkt des SPÖ-Bildungsprogramms. Weiters müssten vor allem in Klassen mit hohem MigrantInnen-Anteil neben den Klassen- auch BegleitlehrerInnen installiert werden, so Gusenbauer, der darauf verwies, dass die SPÖ in den nächsten fünf Jahren 100.000 Ganztagsschul-Plätze schaffen wolle, um echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Die SPÖ trete darüber hinaus für individuelle Begabungsförderung ein, um "aus jedem Kind das Beste zu machen", bekräftigte Gusenbauer mit Blick darauf, dass kleinere Klassenschüler-Zahlen zwar mehr LehrerInnen erfordern würden, diese aber aufgrund sinkender Schülerzahlen ohnehin vorhanden seien. Zudem könne man hier vor allem jungen LehrerInnen eine "echte Chance" geben. In Sachen Universitätsstudium regte Gusenbauer an, dass nur jene in Österreich studieren können sollen, die auch in ihrem Heimatland die nötigen Voraussetzungen für das jeweilige Studium erfüllen. Hier solle man sich auch "vor der EU nicht schrecken", gehe es doch darum, dass Österreichs Jugend bestmöglich studieren kann, so Gusenbauer, der betonte, dass jetzige Weg "völlig falsch ist".

Türkei nicht beitrittsreif, EU nicht aufnahmefähig

Zum Thema eines möglichen EU-Beitritts der Türkei vermerkte Gusenbauer, dass "die Türkei derzeit nicht reif für die EU, und die EU umgekehrt nicht reif für die Türkei ist" - vor allem bezüglich der Menschenrechte müsse die Türkei noch vieles zum Besseren verändern, so der SPÖ-Vorsitzende mit Hinweis darauf, dass in Österreich nach wie vor rund 400 türkische Asylwerber anerkannt werden, weil sie in der Türkei verfolgt werden.

Erfolgreiche Integration muss bei Kindern ansetzen

Eine Integrationspolitik, die erfolgreich sein soll, müsse bereits bei den Kindern ansetzen, verdeutlichte Gusenbauer mit Blick darauf, dass vor allem in den Kindergärten eine spielerische Integration in die Gesellschaft erfolgen könne. Zum Zweiten müsse eine verantwortungsgeleitete Integrationspolitik darauf achten, die Ghettobildung durch eine vernünftige Wohnungspolitik zu verhindern. Insgesamt gelte es, zu einem "guten Dialog innerhalb der verschiedenen Kulturen und Gesellschaften zu kommen", unterstrich Gusenbauer.

EU macht keine vernünftige Agrarpolitik

Scharfe Kritik übte der SPÖ-Vorsitzende an der Agrarpolitik der EU: Hier würde vor allem die agrarische Großindustrie gefördert, die aber "nichts mit bäuerlicher Landwirtschaft zu tun hat", sondern etwa zu einer Verschlechterung der Böden führt, so Gusenbauer abschließend. (Schluss) mb

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