Morak: Hermann Nitsch ein Grenzgänger der die traditionellen Denkschemata verlassen hat

Großer Österreichischer Staatspreis 2005 an Hermann Nitsch verliehen.

Wien (OTS) - "Hermann Nitsch ist ein Künstler, der sich in seinen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten nie Strömungen unterwarf, sondern eigene, neue Wege ging. Er ist ein Grenzgänger, der die traditionellen Denkschemata verlassen hat und seine Ideen in beeindruckender Art und Weise umsetzt", so Kunststaatssekretär Franz Morak, heute, Donnerstag, anlässlich der Überreichung des großen österreichischen Staatspreis 2005 an Hermann Nitsch. Univ.Prof. Hans Hollein, Präsident des Kunstsenats, sprach einleitende Worte zum Großen Österreichischen Staatspreis, die Laudatio hielt Univ. Prof. Dr. Wolfgang Tunner.

Das Werk von Hermann Nitsch habe zu jeder Zeit "den Kanon des üblichen Kunstverständnisses gesprengt, insbesondere seine frühen Aktionen lösten immer wieder Irritationen aus", so Morak weiter. Hermann Nitsch lege in seinem Werk "die Abgründe und die Tragik der menschlichen Existenz dar. Nitsch selbst geht es in seinem Werk "nicht um Provokation als Selbstzweck, er möchte die Menschen aktivieren und mit ihrer eigenen Natur konfrontieren", so der Staatssekretär. In dem Zusammenhang erinnerte Morak daran, dass das europäische Kulturerbe zu einem nicht geringen Teil "aus der Hinterlassenschaft schöpferischer Menschen, die ihre Zeit herausgefordert haben, besteht. Provoziert und polarisiert haben zu ihrer Zeit viele Künstlerinnen und Künstler, von Caravaggio über die Impressionisten bis hin zur Avantgarde am Beginn des vorigen Jahrhunderts. Die ganze Moderne basiert im Grunde auf einem systematischen Bruch der Regeln und angesichts der ungeheuren Pluralität mit der wir heute konfrontiert sind, gilt die eine unverzichtbare Regel: Kunst kann nur in einem Klima der kollektiven Toleranz gedeihen", betonte der Staatssekretär in seiner Rede.

"Ein Garant für ein von Toleranz geprägtes kulturelles Klima in unserem Land ist eine Institution wie der Kunstsenat: ein unabhängiges Gremium, welches durchgehend aus internationalen anerkannten Experten und Gestaltern des österreichischen Kunst- und Kulturlebens besteht", so der Staatssekretär weiter, der sich bei den Mitgliedern des Kunstsenates für die seit vielen Jahren übernommene Aufgabe, als Jury für den Großen Österreichischen Staatspreis zu fungieren, bedankte.

Der Große Österreichische Staatspreis ist mit 30.000.- Euro dotiert und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats einmal jährlich innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur vergeben.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (++43-1) 53115/2228
katharina.stourzh@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SKM0001