Lapp: SPÖ fordert gesetzliche Verankerung der Inklusiven Bildung

Gleiche Rahmenbedingungen für Integration in ganz Österreich schaffen

Wien (SK) - Die SPÖ will einen flächendeckenden Ausbau der Integration, gleiche Rahmenbedingungen in allen Bundesländern, Integration auch ab der 8. Schulstufe und schließlich die gesetzliche Verankerung der Inklusiven Bildung, erklärte SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der SPÖ-Enquete "Inklusive Pädagogik". Gemeinsam mit Rainer Grubich, Koordinator der Projektgruppe "Inklusive Pädagogik" und drei SchülerInnen der Lerngemeinschaft Friedrichsplatz erläuterte Lapp die Vorteile der Inklusiven Pädagogik. An der Regierung übte die SPÖ-Behindertensprecherin Kritik - diese habe es verabsäumt, im Behindertengleichstellungsgesetz, das mit 2006 in Kraft tritt, auch nur ein Wort über Integration in der Bildung zu verlieren. ****

Der Unterschied zur Integration in der Schule - bei der die Mehrheit eine Minderheit integriert, es aber dennoch eine Segregation gibt - sei, dass in der Inklusiven Pädagogik auf die Vielfältigkeit aller Kinder in der Gemeinschaft eingegangen wird. Anderssein werde nicht als Mangel gesehen, der beseitigt werden muss, sondern als Kompetenz und Bereicherung. "Alle Kinder einer Region besuchen die Schule, die sie besuchen würden, wenn sie 'Regelkinder' wären. Eine innere Differenzierung findet in Lerngruppen statt", so Grubich. Die SchülerInnen berichteten, dass sie in ihrer Lerngemeinschaft einen Wochenplan erarbeiten, der auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

"Die Inklusion ist der zukunftsweisende Gedanke, dem man sich Schritt für Schritt nähern muss", so Lapp, die betonte, dass einige Vorleistungen zu erbringen seien: Gleiche Rahmenbedingungen für Integration in ganz Österreich seien eine Bedingung, denn es könne nicht angehen, dass Integration in jedem Bundesland anders gehandhabt wird. Lapp fordert die Regierung dringend auf, "Levels festzulegen". Außerdem dürfe die Integration nicht mit der 8. Schulstufe enden. Die Position der ÖVP, Integration nur in den polytechnischen Lehrgängen zu verankern, lehnt die SPÖ ab.

Grubich fordert von der Regierung "Schulinnovationen statt Schulpakete". Die Maßnahmen, die Bildungsministerin Gehrer gesetzt hat, seien "Heftpflasterchen, die Gehrer einem Schwerverletzten mit inneren Verletzungen aufs Aug' drücken will".

Bei der SPÖ-Klub-Enquete wird das Buch "Inklusive Pädagogik. Beiträge zu einem anderen Verständnis von Integration", herausgegeben u.a. von Rainer Grubich (edition innsalz) präsentiert. (Schluss) cs

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