Verbindungen zu ungeklärten Straftaten mit neuer Interpol- DNA-Datenbank ermittelt

Bundeskriminalamt (BK) kann 50 Treffermeldungen verbuchen

Wien (OTS) - Österreich entschloss sich heuer im Frühjahr, als erstes Land, Daten an die Interpol-DNA-Datenbank zu liefern. Jetzt, ein gutes halbes Jahr später liegen bereits Erfolge vor, die die erhofften Erwartungen bei weitem übertrafen. 50 Verbindungen zu ungeklärten, internationalen Straftaten, so genannte "Cold Hits", konnten in der kurzen Anlaufzeit hergestellt werden.

Die Interpol-Datenbank wird von Lyon, Frankreich aus gesteuert. Derzeit kann auf 55.000 DNA- Profile aus 33 Ländern zugegriffen werden. Mit dem Beitritt Großbritanniens und der geplanten engen Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten und dem FBI wird diese Datenbank in Zukunft eine zentrale Rolle zur Aufklärung von internationaler Schwerkriminalität spielen.

Österreich ist bei der DNA-unterstützten Kriminalistik ein Vorreiter: 1997 wurde der Grundstein für die Analysen gelegt, ein Jahr später konnten mit Hilfe der Methode bereits 149 Straftaten geklärt werden - 2004 waren es bereits 1.405 Delikte.

Im Jahr 2003 wurde das Bundeskriminalamt Österreich vom Generalsekretariat Interpol offiziell um Unterstützung beim Aufbau der neuen weltweit vernetzten Interpol-DNA-Datenbank ersucht. Die Österreichische DNA-Datenbank ist mit mehr als 100.000 gespeicherten Profilen nicht nur die fünftgrößte in der ganzen Welt (nach Großbritannien, den USA, Deutschland und China), sondern auch eine der modernsten. Die DNA-Datenbank erzielt derzeit eine Trefferquote von mehr als 40 Prozent. Das bedeutet, dass fast die Hälfte aller ausgewerteten genetischen Tatortspuren direkt zum Täter führt.

Nicht nur zur Aufklärung von Straftaten, sondern auch für die Suche nach Vermissten kann die Datenbank herangezogen werden. Schon beim Probelauf der Interpol-DNA-Datenbank wurde eine unbekannte Frauenleiche in Spanien identifiziert.

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