Britischer Sparkurs schwächt Europa

EU-Bürger wollen gesunde Lebensmittel und intakte Umwelt

Wien (OTS) - Ab heute beraten die Regierungschefs der 25 EU-Mitgliedsländer über das zukünftige EU-Budget. Der britische Premierminister Tony Blair will die Finanzmittel für die nationalen Staaten stark kürzen. Sollten seine EU-Kollegen dem Vorschlag zustimmen, entscheiden sie sich gegen ein modernes, ökologisches und soziales Europa. Die Land&Forst Betriebe Österreich fordern daher, dass das vereinbarte Agrarbudget beibehalten wird.

Das landwirtschaftliche EU-Budget wurde im Zuge der GAP-Reform bis zum Jahr 2013 fixiert. Nun will Tony Blair die Mittel für die europäischen Bauern um bis zu 30 Prozent kürzen. Darunter würde vor allem die Ländliche Entwicklung in den einzelnen EU-Staaten leiden. Österreich wäre davon besonders stark betroffen. Denn die heimische Landwirtschaft erhält für diesen Bereich aus dem gemeinschaftlichen Agrartopf einen hohen Anteil. Damit werden vor allem Betriebe in benachteiligten Gebieten - wie etwa die Bergbauern - sowie Maßnahmen des Umweltprogramms ÖPUL gefördert. Auf diese Weise werden insbesondere Kleinbauern und die biologische Bewirtschaftung unterstützt.

Für die österreichische Landwirtschaft bedeutet der britische Vorschlag, dass die Mittel für die Ländliche Entwicklung um fast ein Drittel reduziert würden: Statt 500 Millionen Euro würden nur mehr 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen. "Das darf nicht passieren", warnt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. "Eine weitere Reduktion des Agrarbudgets würde einen Großteil der bäuerlichen Betriebe in ihrer Existenz bedrohen. Die Landwirte brauchen unternehmerische Absicherung, um in die Zukunft investieren zu können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die einmal gefassten Beschlüsse auch tatsächlich bis 2013 gelten." Im vorliegenden Vorschlag ist bereits für 2008 eine weitere Zwischenbewertung geplant - weitere Kürzungen wären in diesem Fall sehr wahrscheinlich.

Wird der britische Entwurf umgesetzt, gehen zudem dringend benötigte Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen verloren.

Umweltgerechte Bewirtschaftung und Naturschutz in Gefahr

Fatale Auswirkungen hätten die britischen Sparmaßnahmen zudem für den Naturschutz und Umweltmaßnahmen in unserem Land. Die naturnahe Bewirtschaftung der österreichischen Landwirte - wie etwa die Stilllegung von Feldern oder Pflege von Wiesen - ist besonders zeit-und kostenintensiv. Sie ist für die Bauern nur mit finanzieller Förderung durch das EU-Umweltprogramm ÖPUL machbar. Geht es nach Blair, werden die heimischen Landwirte für diese wichtigen Maßnahmen um 30 Prozent weniger erhalten. Derzeit stehen für diesen Bereich 640 Millionen Euro zur Verfügung, zukünftig würden es im besten Fall nur mehr 450 Millionen Euro sein.

Umfragen bei den EU-Bürgern bestätigen, dass diese biologische und sichere Lebensmittel wünschen. Die österreichischen und europäischen Bauern erzeugen Produkte von bester Qualität. Sie möchten die Konsumenten auch weiterhin mit hochwertigen und regionalen Erzeugnissen versorgen. "Setzt Blair seinen Vorschlag durch, wäre die Versorgung der Bewohner Österreichs mit Lebensmitteln aus einer nachhaltigen und umweltgerechten Landwirtschaft nicht mehr gewährleistet", betont Montecuccoli. "Die österreichischen Bauern leisten durch ihre umweltschonende Bewirtschaftung einen maßgeblichen Beitrag für den Naturschutz. Sie haben durch ihre vorbildhafte Arbeit großflächige natürliche Lebensräume mit einer großen Artenvielfalt geschaffen. Mit der Zustimmung zu Blairs Vorschlag würde man dem Umweltschutz enorm schaden."

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Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes,
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