Neues Volksblatt: "Gedankenjahr" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 14. Dezember 2005

Linz (OTS) - Das Gedenk- und Gedankenjahr 2005 wäre unvollständig, würde es zum Abschluss nicht wenigstens noch den konkreten und raschen Einstieg in die symbolischen Entschädigungen an die (betagten) Opfer des Nazi-Terrors geben. Es liegt darin - und kann auch gar nicht liegen - keine Wiedergutmachung. Vielmehr geht es um ein Symbol der Anerkennung des Unrechts, das den Opfern auf heute österreichischem Boden und auch durch Österreicher widerfahren ist. Das ist das Faktische, was vom nunmehr praktisch abgeschlossenen Gedenkjahr bleibt. Schwerer zu beurteilen sind dessen Tiefenwirkungen in der österreichischen Bevölkerung. Über 1400 Schulklassen, die die große Jubiläumsausstellung im Belvedere besucht haben, sind eine schöne Zahl. Über das tatsächliche Interesse, das die Jugendlichen dabei ihrer geschichtlichen Grundlage entgegengebracht haben, sagt sie freilich nichts aus. Das Betrachten des Staatsvertrags befreit nicht per se von Ausgrenzungsideologien oder Xenophobien. Zu derartigen Bewußtheiten wurden im Gedankenjahr zweifellos neue Anstöße geschaffen. Zu Ende darf es damit aber noch nicht sein.

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