Sozialpartner unterstützen Stiftung Schloss Hartheim als Lern- und Gedenkstätte für NS-Opfer

Leitl: Wichtige Geste der Anerkennung, Solidarität und Entschädigung für Opfer des Nationalsozialismus - Wirtschaft trägt halbe Milliarde Euro zur NS-Entschädigung bei

Wien (PWK957) - Die österreichische Wirtschaft hat in einer Solidar-Aktion tatkräftig mitgeholfen, einen endgültigen Schlussstrich unter eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Österreichs zu ziehen. Mit ihrem Beitrag von rund 414 Millionen Euro zum Versöhnungsfonds, der gerade seine Auszahlungstätigkeit abschließt, und mit ihrer Zusage über ca. 130 Millionen Dollar für den NS-Entschädigungsfonds, leistet die Wirtschaft insgesamt rund 550 Millionen Euro zur Entschädigung und Versöhnung für Opfer des Nazi-Regimes. "Die Sozialpartner haben sich heuer zudem zur Unterstützung der Stiftung Schloss Hartheim entschlossen, mit der die ehemalige NS-Euthanasieanstalt Schloss Hartheim nun dauerhaft als Ausstellungs-, Lern- und Gedenkstätte erhalten und pädagogisch weiterentwickelt wird", erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. Gemeinsam mit Fritz Verzetnitsch überreichte Leitl bei einem Benefizkonzert dem Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums, Landeshauptmann Josef Pühringer, einen Scheck der Sozialpartner über 200.000 Euro. "Damit soll vor allem der Jugend die Verbrechen der Nazi-Herrschaft an den damals dort ermordeten 30.000 als ‚lebensunwertes Leben’ eingestuften Menschen intensiv in Erinnerung gerufen werden", weist Leitl auf die Hauptzielrichtung der Stiftung hin.

"Es ist klar, dass Zahlungen für die Betroffenen das erlittene Leid und Unrecht nicht gutmachen können", so Leitl mit dem Hinweis auf die eben beginnenden Auszahlungen des NS-Entschädigungsfonds. "Aber sie sind für uns eine wichtige Geste der Anerkennung und Solidarität mit Zwangsarbeitern und für die Restitution jüdischen Eigentums zu Zeiten des Nationalsozialismus. Gemeinsam mit der Bundesregierung konnte ein würdiger Umgang mit der Vergangenheit erreicht und für die Zukunft ein für allemal Rechtssicherheit für Österreich, für seine Betriebe und Bürger in dieser Frage geschaffen werden."

2000 und 2001 wurden 414 Mio Euro vom Insolvenz Ausfallsgeld Fonds (IAG), der ausschließlich von Arbeitgebern gespeist wird, als Entschädigung für Zwangsarbeiter in den Versöhnungsfonds umgeleitet. Zum Allgemeinen Entschädigungsfonds, mit dem größere in der NS-Zeit erlittene Vermögensverluste abgegolten werden, leistet die Wirtschaftskammerorganisation 15 Mio Dollar, die Industrie 10 Mio, die Banken 45 Mio, Versicherungen 25 Mio und ÖIAG/Dorotheum 32 Mio Dollar. Dies ergibt 127 Mio Dollar. Mit den Zusagen durch die Stadt Wien (35 Mio Dollar) und den Bund mit bis zu 60 Mio Dollar wird damit das vereinbarte Fondsvolumen von 210 Mio Dollar erreicht.

Insgesamt sei es bei der NS-Entschädigungsbeteiligung gelungen, eine flächendeckende Solidar-Aktion der gesamten Wirtschaft sicherzustellen ohne dass einzelne Klein- und Mittelbetriebe finanziell zur Kasse gebeten wurden, ist der WKÖ-Präsident mit der Organisation der Versöhnungszahlungen zufrieden. Leitl: "Die Wirtschaftskammerorganisation und ihre Mitglieder haben damit ihre Verantwortung für die Vergangenheit übernommen, etwaige negative Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Österreich verhindert und Rechtsfrieden in dieser heiklen Frage erreicht. Ich bin sehr stolz auf die heimischen Unternehmen und bedanke mich für das große Einverständnis und Engagement für diesen wichtigen Akt der Vergangenheitsbewältigung." (Ne)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Markus Nepf
Tel.: (++43) 0590 900-4599
Fax: (++43) 0590 900-263
markus.nepf@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003