Jörg Böhler verstorben

Wien (OTS) - Am 11. Dezember 2005 ist Univ.-Prof. Dr. Jörg Böhler im 88. Lebensjahr verstorben. Über drei Jahrzehnte hat er als Ärztlicher Leiter den hohen medizinischen Standard der AUVA-Unfallkrankenhäuser mit begründet.

Jörg Böhler wurde am 15. Dezember 1917 in Gries bei Bozen als Sohn von Lorenz Böhler und seiner Frau Leopoldine geboren. Er besuchte das Schottengymnasium in Wien, wo er 1935 maturierte.

Das Medizinstudium absolvierte Jörg Böhler in Innsbruck und Wien. 1941 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde. Als Arzt an der Front in Stalingrad schwer verwundet, wurde Jörg Böhler im Rehabilitationszentrum Stollhof der AUVA ins Berufsleben zurückgeführt.

1941 trat Jörg Böhler in den Dienst der AUVA im damaligen Arbeiterunfallkrankenhaus Webergasse. Dort schloss er seine Ausbildung zum Facharzt für Unfallchirurgie ab. 1951 wurde Böhler mit den Aufgaben des Ärztlichen Leiters des AUVA-Unfallkrankenhauses Linz betraut, dem er bis Ende 1970 vorstand.

Mit Beginn des darauf folgenden Jahres übernahm Jörg Böhler die Leitung des "AUKH XX.", das im Dezember 1972 in das neu erbaute Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in 1200 Wien übersiedelte und das er bis Ende 1983 leitete.

Arzt und Wissenschafter

1957 erhielt Jörg Böhler die Venia legendi für Chirurgie an der Universität Wien. Sieben Jahre später wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Das Thema seiner Habilitationsschrift lautete »Die Versorgung frischer Handverletzungen mit besonderer Berücksichtigung der Sehnenverletzungen«.

Über 500 Vorträge weltweit, 360 Publikationen sowie zahlreiche Lehrbücher machen Jörg Böhler unvergessen. Böhler war Präsident, Ehrenpräsident, Vorstandsmitglied, korrespondierendes Mitglied und Träger zahlreicher Auszeichnungen unzähliger Fachgesellschaften im In- und Ausland.1969 wurde Böhler eingeladen, die »Sterling Bunnell Memorial Lecture« an der Universität in San Francisco zu halten, eine Auszeichnung, die nur den größten Handchirurgen der Welt zuteil wird.

Jörg Böhlers herausragende Verdienste liegen aber fraglos in der Ausbildung des handchirurgischen Nachwuchses und der unfallchirurgischen Forschung. Von 1958 bis kurz vor seinem Tode hielt Jörg Böhler handchirurgische Fortbildungskurse ab, deren Bekanntheit weit über die Grenzen Europas hinausreicht.

Nach seiner Emeritierung hat Jörg Böhler seine "Wiener Handkurse" mit Perfektion und großem Einsatz weitergeführt. Bis zu seinem Tod haben über 5.000 Teilnehmer die Kurse absolviert und Jörg Böhlers Handchirurgische Schule in der ganzen Welt verbreitet.

Mit seinem stetigen Streben nach Qualität und Perfektion in der Unfallchirurgie und seiner charismatischen Persönlichkeit wird Jörg Böhler allen, die ihm beruflich nahe standen, unvergessen bleiben.

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Pressesprecher AUVA
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