Gemeindebund sieht Probleme bei Agrarstrukturerhebung

Landwirte überfordert, Gemeinden müssen helfend einspringen

Wien (OTS) - Große Probleme und Belastungen für die österreichischen Gemeinden sieht Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Robert Hink bei der derzeit laufenden Agrarstrukturerhebung. "90 Prozent der Landwirte sind nicht in der Lage die Erhebungsformulare auf elektronischem Weg auszufüllen, in diesen Fällen muss meist die Gemeinde einspringen, die ursprünglich gesetzte Frist von Mitte Jänner ist daher nicht einzuhalten", so Hink. Auch die für diese Erhebung vorgesehene Entschädigung für die Gemeinden müsse für künftige Erhebungen neu verhandelt werden, sie stehe in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Verwaltungsaufwand. ****

Die Agrarstrukturerhebung, die von der Statistik Austria durchgeführt wird, liefert Angaben über die Produktionsstrukturen und -kapazitäten der landwirtschaftlichen Betriebe sowie über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Betriebsinhaber und/oder -leiter. Das Grundprogramm der Agrarstrukturerhebung umfasst die Merkmale zur Bodennutzung und zu den Viehbeständen. Dazu zählen auch die Angaben zu den Betrieben mit ökologischem Landbau.

"Wir haben jede Menge Rückmeldungen aus unseren Gemeinden, die allesamt die gleiche Problematik beschreiben", berichtet der Gemeindebund-Generalsekretär. "Wir haben im Vorfeld dieser Erhebung sehr eindringlich vor genau diesen Problemen gewarnt, wurden aber offenbar nicht immer gehört", so Hink weiter. Aufgrund der Tatsache, dass ein Großteil der Landwirte nicht über die entsprechende technische Infrastruktur verfügt, bleibt ein großer Teil des Verwaltungsaufwands für dieser Erhebung an den Gemeinden hängen. "Dazu kommt, dass es zunehmend zu technischen Serverproblemen bei der Statistik Austria kommt, die eine korrekte Eingabe der geforderten Daten sehr erschweren und verlangsamen", so Hink. "Offensichtlich hat man hier die technischen Anforderungen massiv unterschätzt, auch die dafür eingerichtete Hotline hat sich als unzureichend erwiesen."

"Aus all den genannten Gründen ist die Einhaltung der Frist von 15. Jänner 2006 unmöglich einzuhalten", stellte Hink klar. "Der Gemeindebund fordert daher einen runden Tisch mit Spitzenvertretern des Landwirtschaftsministeriums und der Statistik Austria, um die aufgetretenen Probleme zu beheben." Bei diesen Verhandlungen soll auch die Vorgangsweise für künftige Erhebungen diskutiert werden. "Aus unserer Sicht ist klar, dass die Art und Weise, wie das in diesem Jahr gehandhabt wurde schlicht nicht effizient und sinnvoll ist", so Hink. Auch die Höhe der Entschädigungen, die die Gemeinden für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand erhalten, müsse dabei neu verhandelt werden.

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