ÖAMTC warnt vor ominösem Kettenbrief mit falschen Infos zum neuen EU-Führerschein

Club-Expertin rät Kettenmails zu ignorieren

Wien (OTS) - "Hallo an Alle! Ich weiß nicht, ob ihr es bereits wisst, aber eines ist fix, ab 1. Jänner 2006 müssen alle Führerscheinbesitzer den 'alten' Führerschein abgeben und den neuen EU-Führerschein abholen. Dies wird eine sogenannte Chipkarte sein! Diese Änderung kostet 45 Euro", lauten die ersten Sätze des E-Mails, das derzeit im Internet kursiert und Führerschein-Besitzer verunsichert.

"Die Behauptungen in diesem Mail sind völliger Unsinn. Der neue Scheckkarten-Führerschein kommt erst am 1. März 2006, es gibt keine Umtauschpflicht, der alte Schein muss daher auch nicht zurückgegeben werden", kritisiert ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka. Weiters wird behauptet, dass der neue Führerschein alle fünf Jahre verlängert werden müsse. Auch hier kann die Club-Juristin nur den Kopf schütteln.

Aber es kommt noch besser: "Komisch ist, dass Behörden und auch merkwürdigerweise die Medien noch darüber schweigen. Aber ein netter Bekannter von mir, aus dem 'Polizeikreis' hat mir folgenden guten Tipp gegeben: Um diese Geldausgeberei zu umgehen, kann man sich bis 31. Dezember 2005 den noch 'alten' Führerschein zu einem EU-Führerschein umschreiben lassen. Auch diese Änderung kostet zwar 45 Euro, jedoch gibt es bei dieser Variante keine Verlängerung", heißt es in dem dubiosen Schreiben.

"Das ist absoluter Blödsinn. Auch der neue EU-Führerschein wird nicht befristet, schon gar nicht auf fünf Jahre. Sogenannte Hoax-oder Kettenmails berufen sich immer wieder auf seriöse Quellen wie hier, auf Bekannte aus dem 'Polizeikreis'", so Zelenka weiter.

Die Club-Expertin stellt klar:

  • Der neue Führerschein kommt ab 1. März 2006.
  • Die Kosten werden sich zwischen 45 und 50 Euro belaufen.
  • Es gibt keine Umtauschpflicht. Die alten Führerscheine behalten ihre Gültigkeit.
  • Der neue Schein wird für Führerscheinneulinge, für Duplikate, nach Diebstählen, bei Unlesbarkeit oder Fototausch ausgestellt. Und natürlich auch für alle, die freiwillig tauschen wollen.
  • Eine Befristung gibt es ebenfalls nicht.
  • Sich im alten Jahr einen neuen Führerschein ausstellen zu lassen, ist sinnlos und bringt außer unnötiger Kosten nichts.
  • Jeder österreichische Führerschein, also auch der alte, ist ein "EU-Führerschein" und wird daher in allen EU-Ländern anerkannt.

Die Vorteile des Scheckkarten-Führerscheins liegen auf der Hand:
Er ist klein, praktisch und robuster als Papier. "Zwangsumtausch und eine Befristung auf zehn Jahre wurden zwar diskutiert, sind aber am Veto mehrer Mitgliedsstaaten - darunter auch Österreich und Deutschland - gescheitert", stellt die Club-Juristin abschließend klar.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Margret Handler
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001