Krist appelliert an Regierung: Endlich anfangen, brauchbare Politik für Frauen zu machen

Wien (SK) - "Von Arbeit wird Mann nicht reich und Frau erst recht nicht", kritisierte SPÖ-Abgeordneter Hermann Krist am Dienstag im Nationalrat. Der Verdienst von Frauen betrage durchschnittlich nur 69 Prozent der Männereinkommen, in Oberösterreich sogar nur 64,4 Prozent, ein Wert, unter dem nur Vorarlberg liege. Die Bekämpfung der vielfältigen Ursachen dafür "liegt in einer vernünftigen, gezielten und konsequenten Gleichstellungs- und Gleichbehandlungspolitik", betonte Krist, "es geht schlicht um Gerechtigkeit". Der SPÖ-Abgeordnete appellierte an die Regierung, "endlich anzufangen, eine brauchbare Politik für Frauen zu machen und den erfolgreichen Weg einer 30-jährigen SPÖ-Frauenpolitik fortzusetzen - wir beraten Sie gerne und kostenlos". ****

Die viel gepriesenen Beschäftigungszuwächse würden fast zur Gänze auf das Frauenkonto verbucht - und hier handle es sich fast ausnahmslos um Teilzeitarbeitsplätze und andere prekäre Dienstverhältnisse, kritisierte Krist. Teilzeitarbeit sei "nicht nur kürzer, sondern schlechter bezahlt, meist niedriger qualifiziert und wesentlich unsicherer", erklärte der SPÖ-Abgeordnete. Dort, wo Teilzeit gut bezahlt werde, ersetze sie oft Vollzeitarbeitsplätze. "In dieses Umfeld kommen Wiedereinsteigerinnen - Frauen, die aufgrund einer längeren Babypause wieder ins Erwerbsleben einsteigen wollen, müssen leidvoll zur Kenntnis nehmen, zum strategischen Spielzeug von Arbeitskostensenkungen zu werden". Viele Frauen würden sich oft nicht trauen, nein zu sagen, da sie den Erwerb dringend brauchen und Angst haben, den Arbeitsplatz zu verlieren - "dies macht sie zu sehr leidensfähigen Arbeitnehmern", kritisierte Krist.

Der SPÖ-Abgeordnete wies abschließend auf die dramatischen Zahlen der arbeitslosen Wiedereinsteigerinnen hin: allein in einem Jahr, von 2004 auf 2005, sei die Zahl auf 20.700 gestiegen. Dies bedeute, dass es österreichweit um 47 Prozent mehr arbeitslose Wiedereinsteigerinnen gebe als noch 2004. (Schluss)sf

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0038