Heilkräuterverbot inakzeptabel

Burgstaller: Schwarze Liste für Heilkräuter ist ein Unding

Salzburg (OTS) - Die Salzburger Landeshauptfrau und Gesundheitsreferentin Mag. Gabi Burgstaller lehnt eine weitgehende Einschränkung bei Heilkräutern entschieden ab. "Es kann nicht sein, dass durch realitätsferne EU-Normen jahrhundertelang bewährte Heilkräuter mit einem Federstrich ins Abseits gedrängt werden. Das Wissen über traditionelle pflanzliche Heilmittel wird in Salzburg seit Generationen weitergegeben, und viele Salzburgerinnen und Salzburger haben zu Recht kein Verständnis für ein de facto Verbot dieser sanften Medizin", betont Burgstaller heute, Dienstag, 6. Dezember. Gegen die Normierungswut der Europäischen Union sei zwar noch kein Kraut gewachsen, sie werde aber dieses widersinnige Vorhaben nicht widerstandslos hinnehmen.

Auch Argumente, denenzufolge diese Heilkräuter angeblich dazu geeignet wären, Allergien auszulösen, seien genau zu überprüfen, so Burgstaller weiter: "Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass es in Ländern mit einem hohen Hygienestandard deshalb so viele Allergiepatienten gibt, weil diese in der Kindheit, als sich das Immunsystem entwickelt hat, zu wenig Kontakt mit Krankheitserregern hatten. Ich glaube, dass wir 'das Kind mit dem Bade ausschütten' würden, wenn wir, um Allergien zu bekämpfen, die Verbreitung von Heilkräutern einschränken."

Vor allem eine Einschränkung der gebräuchlichsten Verwendungsform, des Heiltees, widerspreche nicht nur den Bedürfnissen vieler Kunden, sondern schädige auch die heimischen Kräuterbauern. Burgstaller werde sich deshalb auch gegenüber dem Bund und - wenn notwendig - auch beim EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou dafür einsetzen, dass ein Heilkräuterverbot in dieser Form abgewendet wird.

Der Hintergrund ist, dass derzeit in der EU intensiv über die Abgrenzung Arzneimittel gegenüber Kosmetikum diskutiert wird. Dabei geht es um die Frage, was müsste als Heilmittel oder könnte als Kosmetikum angeboten werden (z.B. Creme aus Ringelblumen). Es geht um eine spezifizierte Art der Erzeugung und wie das Produkt auf den Markt gebracht werden kann.

In der Tee-Frage geht es ebenfalls um Heilkräuter. Dabei soll die Codex-Kommission Abgrenzungen zwischen Arzneimittel und Lebensmittel erarbeiten. So könnte etwa ein Magen-Darm-Tee eher als Arzneimittel eingestuft werden denn als Lebensmittel. Die Codex-Kommission ist als Sachverständigen-Gremium nach dem Lebensmittelgesetz zur Beratung des zuständigen Ministers eingerichtet und veröffentlicht ihre Äußerungen als "objektivierte Sachverständigengutachten" im Codex Alimentarius Austriacus, dem Österreichischen Lebensmittelbuch, kapitelweise.

In beiden Fällen gilt: Ein Arzneimittel wird unter strengeren Auflagen produziert und in Verkehr gesetzt als etwa ein Kosmetikum oder ein Nahrungsmittel. Für Bauern, die bisher ihre Ringelblumensalbe oder ihren Heilkräutertee ohne diese strengen Auflagen produziert haben, kämen die strengeren Vorschriften in vielen Fällen - de facto - einem Verbot gleich.

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