Rieder: departure setzt Maßstäbe als Creative-Industries Förderer

Bilanz nach eineinhalb Jahren/45 Projekte mit 3,4 Millionen Euro gefördert/260 neue Kreativ-Jobs/2006 ist Akademie geplant

Wien (OTS) - "Das Wiener Förderprogramm für Creative Industries hat viel bewegt", sagte Finanzstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei der Bilanzpressekonferenz von departure. "Als erstes Förderprogramm österreichweit können wir nach mehr als eineinhalb Jahren eine beeindruckende Bilanz vorlegen: 230 Projekte, vor allem aus den Bereichen Mode, Musik, Design und Multimedia wurden eingereicht, 45 Projekte erhielten insgesamt mehr als 3,4 Millionen Euro an Fördermitteln", erläuterte Rieder. "Damit können in diesem neuen, hochsensiblen Wirtschaftsbereich mehr als 260 hoch qualifizierte Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert werden. Der wirtschaftliche Invest-Effekt liegt bei rund 13,8 Millionen Euro", freute sich die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank, die das Programm als richtungsweisend für ganz Österreich bezeichnete.****

2006: Neue Ausbildungsform für Kreative

Für 2006 plant departure neue inhaltliche Förderschwerpunkte. Neben den bestehenden Förderangeboten ist auch die Etablierung der "departure-Entrepreneur-Akademie (DEA)" geplant. Dieses neue Förderangebot wendet sich an junge Talente, die unternehmerisch tätig werden wollen. "Die Erfahrung der letzten beiden Jahre hat gezeigt, dass diese Kreativen in ihren ureigensten Disziplinen, wie etwa Mode, Design, Musik oder Multimedia über hohes Know-how verfügen, aber unternehmerisch meist unerfahren sind. Wir wollen im Rahmen der DEA das Rüstzeug für unternehmerisches Handeln vermitteln, so dass Unternehmertum nicht als Schicksals-, sondern als Befreiungsschlag gesehen wird", so Kettner. Das DEA-Programm ist als eine Art virtuelle Fortbildungsakademie mit Themenveranstaltungen und Blockseminaren geplant, wird also keine institutionalisierte Einrichtung werden, sondern rasch und flexibel auf die Bedürfnisse der Jungunternehmer eingehen. Kettner: "Eine unserer zentralen Erfahrungen aus eineinhalb Jahren departure ist nämlich, dass Fördergeld wichtig, aber noch lange nicht alles ist, um Unternehmen zu unterstützen. Vielmehr geht es auch um inhaltliche Begleitung und die Vermittlung unternehmerischen Know-hows. In diese Richtung wird das Förderangebot von departure getrimmt werden: Nah an den Bedürfnissen der Branchen, flexibel und für jede Unternehmensphase das richtige Förderangebot."

Wiener Kreativszene findet international immer mehr Anerkennung

"Mittlerweile schauen auch andere europäische Metropolen auf Wien und es festigt sich das Image der Bundeshauptstadt als Standort nicht nur klassischer Hochkultur, sondern auch als Zentrum zeitgemäßer "junger" Kreativität. So weist eine Studie der Erasmusuniversität Rotterdam und Euricur (European Institute for comparative urban research) Wien als Top-Location für Creative Industries aus. Die fast 18.000 Unternehmen gelten mittlerweile als integraler Teil des kulturnahen Wirtschaftslebens der Stadt. Die Fördertätigkeit von departure wird in dieser Studie ausdrücklich als neues Instrument für wirtschaftliche Impulse an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kultur gewürdigt" , berichtete departure-Geschäftsführer Norbert Kettner. Gleichzeitig reiht die Studie "City Tourism & Culture" der European Travel Commission und der World Tourism Organization Wien gemeinsam mit Städten wie Barcelona, Mailand oder Amsterdam in die Gruppe der Städte ein, die mit "kulturellem Erbe, Kunst und Creative Industries" besonders punkten. "Damit hat das junge Unternehmen departure nicht nur sein unmittelbares Förderprogramm erfolgreich umgesetzt, sondern auch einen Imageausbau Wiens in Richtung einer "coolen" Kulturstadt in Gang gesetzt", zeigte sich Rieder erfreut. Das wurde besonders deutlich im Rahmen des jüngsten departure Themencalls "dSign Up!", wo die internationale Fachjury unter Vorsitz von Prof. Volker Albus (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) von der Qualität der eingereichten Designprojekte besonders beeindruckt war. Kettner:
"Man kann mit Fug und Recht behaupten, Wiener Design hat nicht nur Tradition, sondern mit dem neuen Förderprogramm auch Zukunft."

Förderwettbewerb "dSign Up!" abgeschlossen

"dSign Up!" wurde Mitte Oktober abgeschlossen, die Juryergebnisse liegen erst seit kurzem vor. "Ursprünglich war ein Gesamtfördervolumen von 500.000 Euro für den Themencall vorgesehen, die Qualität der eingereichten Projekte veranlasste uns aber, diese Summe auf 700.000 Euro zu erhöhen ", erläuterte Vizebürgermeister Rieder. Das Spektrum der Geförderten reicht von traditionsreichen Unternehmen, wie dem Polster- und Möbelhersteller Kohlmaier über junge Designerinnen aus dem Designstudio LUCY.D bis zum Industriedesignunternehmen aws-Design mit einer erstmals entwickelten Hanfgitarre. Gefördert wird auch ein Design-Team, dessen erste Arbeiten bereits im öffentlichen Raum zum Einsatz kommen: Die Parkbänke von miramondo public design GmbH sind etwa auf dem neu gestalteten Volkertplatz in der Leopoldstadt zu sehen.

700.000 Euro Förderung für innovatives Wiener Design

Spätestens seit den Wiener Werkstätten ist Design "Made in Vienna" in aller Welt bekannt. Wiens junge Designerinnen und Designer zeigten mit den beim Themencall "dSign Up!" eingereichten Projekten neue Innovationskraft: Insgesamt wurden 25 Projekte eingereicht, 8 erhielten Fördermittel in einem Gesamtvolumen von mehr als 700.000 Euro. Rund 2,8 Millionen wirtschaftlicher Gesamtinvest und rund 60 Arbeitsplätze sind mit dem Förderprogramm verbunden. Neben Marketing-Netzwerken wie Walking-Chair und UNVERKÄUFLICH handels GmbH und dem PureAustrianDesign Marketingprojekt von JULAND Fredes&CoKEG, die Design in Wien und international positionieren wollen, sind so traditionsreiche Unternehmen wie der Polstermöbelhersteller Kohlmaier unter den Geförderten. Kohlmaier bekommt Unterstützung für die Entwicklung eines neuen Designmöbel-Labels, bei dem junge Wiener Designer zum Zug kommen sollen. Die beiden Designerinnen Barbara Ambrosz und Karin Stiglmair sind mit ihren Designentwürfen für Glas und Porzellan bereits in internationalen Sammlungen präsent. Der Unternehmensgründer Florian Gsottbauer entwickelt einen neuen Transportroller für den City-Verkehr. Musikfreunde werden an einer semiakustischen Gitarre aus einem vollkommen neuen Werkstoff auf Hanfbasis ihre Freude haben. Audiophile PC-Fans werden neue Informationstechnologien in edlem Design, in einer Kombination von Unterhaltungselektronik, Multimedia und PC in einem Gerät, dem HdX Cube, genießen können. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Bereich Möblierung des öffentlichen Raums. Dafür erhält die miramondo public design GmbH Fördermittel. Sie hat mit Hilfe neuer Techniken, die Schutz gegen Vandalismus und Korrosion bieten, Parkbänke und Möbel für den öffentlichen Raum entwickelt. Sie werden bereits für die Neugestaltung des Volkertplatzes genutzt.
Detailbeschreibungen zu allen geförderten Projekten unter http://www.departure.at/

Das Look/Book: Die Menschen hinter den Projekten

Die Aufgabe von departure ist auch, den Kreativen dieser Stadt Öffentlichkeit zu geben: Dies wird in einem zusammenfassenden Bericht über die ersten vier Förderprogramme, dem Look/Book Herbst 2005, deutlich. Hier wird jedes geförderte Projekt präsentiert und die Kreativen kommen selbst zu Wort. Das Look/Book wird in Zukunft regelmäßig erscheinen und einen Überblick über das Kreativpotenzial in Wien geben. "Wir wollen diese Publikation zum einen zum Nachschlagewerk über die Wiener Kreativwirtschaft machen, zum anderen wollen wir dokumentieren, dass es mit neuen Instrumentarien der Wirtschaftsförderung möglich ist, im Zusammenwirken von Wirtschaft und Kultur neue ökonomische Potenziale für Wien zu erschließen", erläuterte departure-Geschäftsführer Kettner zum Konzept. Man wolle damit auch dazu beitragen, dass die Kreativen vom Image der Exoten befreit und als wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftslebens einer hoch entwickelten Industriegesellschaft verstanden werden. Förderprogramme erreichen die Zielgruppe

Gemäß dem Grundsatzbeschluss des Wiener Gemeinderates von 2003 konzentriert sich departure in seiner Arbeit auf die Förderung kreativer Ideen in den Bereichen Mode, Musik, Design und Multimedia zur Entwicklung wirtschaftlich nachhaltiger Projekte am Standort Wien. Neben den Förderprogrammen für Biotechnologie, Informations-und Kommunikationstechnologien ist departure der dritte wirtschaftspolitische Schwerpunkt Wiens zur Schaffung neuer Unternehmen und Arbeitsplätze in einem Bereich mit hoher Wertschöpfung.

Nach dem Prinzip "Stärken stärken" bietet departure Personen und Unternehmen der Creative Industries im Rahmen des offenen Förderprogramms laufend Unterstützung bei der kommerziellen Nutzung und Verwertung ihres kreativen Schaffens. Die vergebenen Mittel sind meist als (erster) Schritt gedacht, in Wien ansässige Unternehmen bei der Weiterentwicklung aber vor allem auch der Vermarktung ihrer kreativen Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen.

Bisher wurden im Rahmen der fünf allgemeinen und zwei speziellen Förderprogramme - 2004 "music to sell" und 2005 "dSign Up!" -insgesamt 230 Projekte eingereicht, von denen 45 Fördermittel erhielten. Diese verteilten sich auf 11 Projekte aus dem Bereich Musik und Musikvermarktung, 12 Projekte aus dem Bereich Design, 9 Modeprojekte und 8 Multimediaprojekte. Branchenübergreifend und nicht eindeutig zuzuordnen sind 5 weitere Förderzusagen. Insgesamt wurden dabei mehr als 3,4 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt, die ein wirtschaftliches Gesamtinvestitionsvolumen von fast 13,8 Millionen Euro auslösen und rund 260 Arbeitsplätze neu schaffen oder sichern. Die Fördervolumina nach Branchen liegen bei Design und Mode bei rund 800.000 Euro, Musik ist - auch durch den Themencall "music to sell" -mit rund 960.000 Euro am stärksten berücksichtigt, der Rest verteilt sich gleichmäßig auf Multimedia und branchenübergreifende Projekte.

Die Förderzusagen erfolgen auf Basis der Beurteilung einer Fachjury, die in der Regel viermal jährlich Förderempfehlungen für eingereichte Projekte abgibt. Die Kriterien für die Juryentscheidungen sind der Innovationsgrad und die Neuheit des eingereichten Projekts, der künstlerisch kreative Gehalt, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit bei adäquater Projektplanung und Synergien für beteiligte Unternehmen und den Standort Wien. Alle Rechtsgrundlagen, Richtlinien, Termine und die Einreichungsmodalitäten sind über http://www.departure.at/ abrufbar. (Schluss) mmr

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Martin Ritzmaier
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