Damianisch: Industrie rechnet weiter mit gedämpftem Wachstum

Studie zeigt: Industrie war und ist wichtiger Konjunkturmotor

Wien (PWK945) - "Verhalten und gedämpft", so charakterisierte heute, Dienstag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Wolfgang Damianisch, die Konjunktur-Situation in der Industrie. Nach einem von April bis Juni noch durchaus be-achtlichen Wachstum der Industrieproduktion um nominell 9,2 Prozent rechnet man nun -ausgehend vom hohen Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahrs - mit einem Dämpfungseffekt und rückläufigen Zuwachsraten, die die 5 Prozent-Grenze kaum überschreiten werden. Dennoch wird die Industrie mit diesen leicht abgeschwäch-ten Produktionszuwächsen und dem damit verbundenen Außenhandel, insbesondere dem Export, der Wachstumsmotor der österreichischen Konjunktur bleiben. Deut-lich niedriger ist das reale Industriewachstum mit 2,8 Prozent. Darin kommt die inflationstreibende Wirkung steigender Kosten, insbesondere im Vormaterial- und Energiebereich, zum Ausdruck. Deutlich höheren Zuwächsen bei den Produktions-werten stehen geringere Wachstumsraten der Realwirtschaft gegenüber.

Die Motorfunktion der Industrie für die Gesamtwirtschaft wird auch durch die Zah-len unterstrichen, die Damianisch gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Indust-riewissenschaftlichen Instituts (IWI), Herwig Schneider, präsentierte. In dieser IWI-Studie, die den Zeitraum der Industrie-Entwicklung von 1995 an beleuchtet und Prognosen bis 2015 bietet, hat sich die Industrie als wichtiger Faktor der heimi-schen Wirtschaftsentwicklung erwiesen. Von 1995 bis 2003 etwa stieg in der Indust-rie die Bruttowertschöpfung pro Beschäftigtem um 34,9 Prozent, während sie in der gewerblichen Wirtschaft insgesamt um nur 24,5 Prozent zugenommen hat. Noch deutlicher ist der Unterschied wenn es um dem Produktionswert pro Beschäftigtem geht: Plus 49,1 Prozent in der Industrie und plus 29,6 Prozent in der Gesamtwirt-schaft. Mit dieser um 42 Prozent bzw. 66 Prozent stärkeren "Produktivitätsdyna-mik" hat die Industrie ihre Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt absichern können. "Ich denke, diese Zahlen zeigen deutlich, wie wettbewerbsfähig die österreichische Industrie auch im innerösterreichischen Wirtschaftsvergleich ist und damit das pul-sierende Kraftzentrum der österreichischen Volkswirtschaft darstellt", so der In-dustrie-Geschäftsführer.

Auch in Sachen Lehrlingsausbildung habe die Industrie unter Beweis gestellt, dass sie sich zum dualen System bekenne. Durch eine Steigerung von 8 Prozent der von der Industrie angebotenen Lehrstellen in den letzten 5 Jahren schwimme die In-dustrie damit gegen den rückläufigen Trend in anderen Wirtschaftsbereichen.

Diese Zahlen seien aber nur Momentaufnahmen und dürften nicht darüber hinweg-täuschen, dass eine positive Entwicklung der Industrie in Österreich über die kom-menden Jahre hinweg von vornherein gegeben sei: "Wir brauchen Investitionsanrei-ze, Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, insbesondere in allen Fragen der Betriebsweitergabe, eine weitere Senkung der Steuer- und Abgabenquote und eine strikte Beibehaltung des Wachstumspfads bei den Forschungsausgaben. Nur so können wir das Ziel einer Forschungsquote von 3 Prozent des BIP erreichen", for-derte Damianisch. Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit könne nicht einfach in die "Schublade gesteckt werden". Ziel ist eine Erhöhung der Obergrenzen für die Tages- und Wochenarbeitszeit sowie eine Flexibilisierung der Durchrechnung.

Deutliche Kritik äußerte Damianisch im Hinblick auf das so genannte "Golden Pla-ting": "Österreich leistet sich nämlich den Luxus, dass wir auf EU-Vorgaben das Mehrfache des Notwendigen drauflegen." Bei der Wasserrahmenrichtlinie etwa sei-en die Vorgaben der EU so gestaltet, dass durch deren Umsetzung eine Schädigung der Gewässer ohne Wirtschaftlichkeitsabwägung ausgeschlossen werden muss. Die-ser absolute Schutzanspruch gefährdet den Industriestandort Österreich, da Fragen der Wasserbewirtschaftung von existenzieller Bedeutung sein können und jede Be-triebsansiedlung oder industrielle Investition in Frage gestellt wird. Aus Sicht der Industrie gilt es bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in nationales Recht vor allem zu bedenken, dass den Unternehmen Rechtssicherheit mit klaren Geneh-migungsverfahren geboten wird. Weiters ist darauf zu achten, so der Industrie-Geschäftsführer, dass die von der Wasserrahmenrichtlinie vorgegebenen, sehr strengen und umfassenden Schutzbestimmungen nicht noch weiter verschärft wer-den. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Industrie
Dr. Wolfgang Damianisch
Tel.: (++43) 0590 900-3420
Fax: (++43) 0590 900-273
bsi@wko.at
http://wko.at/industrie

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002