JUGENDLICHE AKTIV FÜR INNVOVATIVE VERKEHRSLÖSUNGEN IN DEN ALPEN

Internationales Jugendtreffen in Werfenweng zeigt wie sanfte Mobilität funktioniert

Wien, 6. Dezember 2005 (OTS) - Von 1. bis 3. Dezember stand Werfenweng/Pongau im Zeichen junger Ideen für nachhaltige Verkehrslösungen in den Alpen. Rund 40 Jugendliche aus den Tourismusregionen Südtirol, Belluno (Italien) und Pongau (Österreich) arbeiteten gemeinsam an innovativen Ideen für die Zukunft des Verkehrs in den Alpen. Im Zentrum stand dabei die Sensibilisierung der Jugend für Mobilität und ökologische Verkehrsnutzung. Das Motto lautete: Jugendliche gestalten für Jugendliche. Nachhaltige Projekte wie zum Beispiel SchülerInnen als ZugbegleiterInnen, die die Wünsche der Fahrgäste den Verkehrsbetrieben in Südtirol weiterleiten, sind erste Schritte für neue Wege der sanften Mobilität.

"Wir beschäftigen uns mit zukunftsweisenden Verkehrsprojekten, weil die Entwicklung des Verkehrsaufkommens und die Umweltauswirkungen des Verkehrs unsere eigene Zukunft betreffen. Uns ist es wichtig, jetzt Maßnahmen zu setzen, die mithelfen, die Zukunft für uns und auch unsere Kinder zu gestalten", meint Daniela L., 20 Jahre, aus Werfenweng. Daniela arbeitet gemeinsam mit rund 20 anderen Jugendlichen aus Werfenweng an einem Modellprojekt für eine neuartige Führerschein-Ausbildung. Gemeinsam mit einer Fahrschule erarbeiten die Jugendlichen eine Ausbildung, die neben dem Know-how fürs Autofahren auch Wissen über Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen des Verkehrs vermittelt. "Wir wissen, dass im nächsten Jahr 20 bis 25 Jugendliche in Werfenweng den Führerschein machen wollen. Durch Vorträge von Medizinern und Klimaforschern wollen wir bei diesen Jugendlichen auch das Bewusstsein bilden für die negativen Auswirkungen des Autofahrens. Die Jugendlichen sollen nachdenken und erkennen, dass es für unsere Zukunft wichtig ist, dass wir nicht für jeden Weg automatisch das Auto verwenden", meint Hannes H., 22 Jahre aus Werfenweng.

- Bewusstsein schaffen für nachhaltige Verkehrslösungen -
"Bei Jugendlichen das Bewusstsein bilden für die Notwendigkeit von nachhaltigen Lösungen für den Verkehr, aktiv an Lösungen teilhaben und selber etwas verändern", so beschreibt Alexander P., 20 Jahre, aus Südtirol die Ziele von 36 SchülerInnen von Mittel- und Oberschulen aus Südtirol, die zur Zeit zu BegleiterInnen der Bahnlinien ausgebildet werden. Ihre Aufgabe wird es sein, die Fahrgäste über die Fahrpläne und das Tarifsystem zu informieren und bei der Entwertung der Fahrkarten zu helfen. Außerdem sollen sie durch Gespräche und Fragebögen mehr über die Zufriedenheit der BahnbenützerInnen mit dem Verkehrskonzept in Erfahrung bringen.
In einer 12-stündigen Ausbildung erfahren sie mehr über Fahrpläne, Fahrkartenautomaten und Kommunikation. "Durch die Beobachtung und das Gespräch mit Jugendlichen in der Bahn erfahren wir die Wünsche der Fahrgäste an die öffentlichen Verkehrsanbieter. Über unseren Koordinator haben wir direkten Kontakt zu den Verkehrsträgern und können die Anforderungen der BahnbenützerInnen direkt weiterleiten", erzählt die angehende Begleiterin bei der Vinschgaubahn Katrin U., 17 Jahre, aus Südtirol.

- Jugendliche Wünsche an Verkehrsbetriebe -
Mit den Anforderungen von Jugendlichen an Verkehrsbetriebe beschäftigen sich auch SchülerInnen aus Belluno. "Wir wollten wissen, was Jugendliche über Mobilität, Verkehr und öffentliche Verkehrsanbieter denken", erklärt Jasmin D., 18 Jahre, aus Belluno. Gemeinsam entwickelten sie eine Internetumfrage zum Thema Mobilität. Über 400 Antworten von Jugendlichen aus der ganzen Provinz Belluno zeigen ein deutliches Bild: 44 % empfinden den Verkehr als Hauptursache für die Umweltverschmutzung. Als schwerwiegendste Folgen der Umweltverschmutzung sehen sie mit 66,5 % die Luftverschmutzung und mit 29 % die Verschmutzung von Wasser.
Die Motivation, warum Jugendliche öffentliche Verkehrsmittel benützen, ist für 28 %, weil sie die Umwelt weniger verschmutzen. Für 21 % stehen mehr Fahrsicherheit und für 19 % die niedrigeren Fahrkosten im Vordergrund. 75 % der Befragten benützen für den Weg zur Schule den Bus.

Die Wünsche der Jugend an öffentliche Verkehrsanbieter sind in Österreich und in Italien sehr ähnlich. Sie wünschen mehr Busfrequenz in der Früh, zum Mittag nach der Schule und am Abend - angepasst an die Gleitzeit in den Betrieben - sowie an den Wochenenden. Jugendgerechte Lösungen, die sehr gerne angenommen werden, bietet Werfenweng. Die Jugendlichen sind begeistert vom "Werfenwenger Nachtmobil", das in der touristischen Hauptsaison täglich und in der Nebensaison an den Wochenenden verkehrt. Das "Werfenwenger Nachtmobil" wurde 1999 eingerichtet, als Werfenweng sein touristisches Angebot auf sanfte Mobilität und Urlaub ohne Auto umgestellt hat. "Wir garantieren unseren Gästen Mobilität auch ohne Auto. Dabei ist es uns wichtig, dass von diesem Angebot nicht nur die Gäste, sondern auch die Einheimischen profitieren. Nur so können wir unsere Vorreiter- und Modellrolle als nachhaltiger Tourismusort ausfüllen und leben", erklärt der Bürgermeister von Werfenweng Peter Brandauer.

Das Treffen in Werfenweng war der Auftakt für die Zusammenarbeit der Jugendlichen im Rahmen des INTERREG III B Alpenraum-Projektes "Alpine Awareness". Leadpartner des Projektes ist die italienische Provinz Belluno. Projektträger in Österreich sind das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie die Gemeinde Werfenweng.

Neben den Projekten in Belluno, Südtirol und im Pongau arbeiten im Rahmen dieses Projektes auch Jugendliche in Vale d’Aosta (Italien), Freiburg (Deutschland) und Isére (Frankreich) an zukunftsweisenden Verkehrsideen. In der Region Isére werden zum Beispiel im Rahmen von Schulmobilitätsplänen Gehgemeinschaften ("Walking bus") erarbeitet, die dann immer in Gruppen zu bestimmten Zeiten gehen. Festgelegte Treffpunkte dienen als "Zusteigmöglichkeit" im "Walking bus".

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