ÖAMTC: Auf glatter Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg um ein Vielfaches

Vorsicht vor gefrierendem Regen - Geschwindigkeit um 70 Prozent reduzieren

Wien (OTS) - Regen, Schnee und Eis - ständig wechselnde Straßenverhältnisse fordern derzeit die Autofahrer. "Mit Glatteis muss man nicht nur bei klirrendem Frost rechnen. Auch bei Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze kann sich aufgrund des ausgekühlten Bodens Glatteis bilden", weiß Georg Scheiblauer, Instruktor im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum Teesdorf. Leichter Schneefall oder Nebel kommen erschwerend hinzu.

"Angepasste Fahrgeschwindigkeit muss bei winterlichen Straßenverhältnissen das Gebot der Stunde sein", sagt Scheiblauer. Für den Autofahrer ist diese aber oft schwer einzuschätzen. Bei besten Bedingungen kann man auf einer trockenen Freilandstraße 100 km/h fahren. Wenn die Fahrbahn nass ist, muss man seine Geschwindigkeit bereits reduzieren. Bei Schneefahrbahn heißt es die Geschwindigkeit halbieren, und bei Eis muss man gar um 70 Prozent langsamer fahren, damit der Bremsweg unverändert bleibt.

Für 435 Meter Bremsweg braucht man zu Fuß sieben Minuten

Der Bremsweg kann kaum vorstellbare Ausmaße annehmen. "Bei Tempo 130 beträgt dieser auf glatter Fahrbahn 435 Meter. Für diese Strecke braucht man zu Fuß sieben Minuten", rechnet der ÖAMTC-Instruktor vor. Besonders auf Brücken, Kuppen, in Waldstücken und entlang von Bächen und Flüssen sollte man äußerst vorsichtig unterwegs sein.

Vorrausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit und das Einhalten größtmöglicher Abstände gehören ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie weiches und sanftes Lenken, sowie ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas. Kommt der Autolenker trotz aller Vorsicht ins Schleudern, sollte auf diese Weise reagiert werden:

* Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und blitzartig in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.

* Der Blick muss immer in die gewünschte Fahrtrichtung gehen. Eine alte Faustregel der Profis lautet: Wohin man blickt, dorthin lenkt man auch.

* Ist das Fahrzeug wieder stabilisiert, kann wenn nötig wieder voll gebremst werden.

"Viele Autos sind heute zwar bereits mit modernster fahrerunterstützender Sicherheitselektronik ausgestattet. Aber auch Antiblockiersysteme oder Stabilitätsprogramme können die Grenzen der Physik nicht überwinden. Das sollte man sich immer vor Augen halten", sagt Scheiblauer.

Das richtige Verhalten bei winterlichen Fahrverhältnissen kann man bei einem Fahrsicherheitskurs in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren trainieren. Auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit finden sich neben dem gesamten Kursangebot auch die Adressen aller ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

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