229 Lehrer weniger sind Makel im Landesbudget

Frais: "SPÖ hat deshalb gegen Bildungsabbau im Dienstpostenplan gestimmt".

Linz (OTS) - "Wenn die Schülerzahlen sinken, dann sinken die Klassenzahlen nicht im gleichen Ausmaß. Lehrerabbau bedeutet deshalb Bildungsabbau, weil mangels Lehrer die nötigen Stunden nicht mehr zur Verfügung gestellt werden können. 229 Lehrerdienstposten weniger im Landesbudget bewirken eine klare Verschlechterung des Bildungsangebots in Oberösterreich", stellt SP-Klubobmann Dr. Karl Frais fest. Schon vor dem Sommer 2005 hat die SPÖ auf dieses Problem hingewiesen - doch ÖVP/Grün war bislang nicht einmal zum Beschluss einer entsprechenden Resolution an den Bund bereit. Weniger Lehrerdienstposten werden sich konkret auswirken: Förderstunden sind gefährdet, Unverbindliche Übungen und Freigegenstände können nur in geringerem Ausmaß abgehalten werden und integrative sprachliche Zusatzausbildungen müssen eingeschränkt werden. Für die nächsten Jahre kündigte Pühringer wegen sinkender Schülerzahlen weitere Kürzungen im Ausmaß von 2000 Lehrerdienstposten an.

"Sinkende Schülerzahlen sind die Chance zur Verbesserung der Bildungsqualität bei gleichbleibenden Kosten - denn statt die Lehrer einzusparen, sollte die Bildungsqualität verbessert werden. Verbesserungsbedarf ist im österreichischen Bildungssystem gegeben -die sinkenden Schülerzahlen sind der Schlüssel dazu", argumentiert Frais. Allein durch die bevorstehenden Pensionierungswellen bei den Lehrern könnten Kosten eingespart werden: Denn Junglehrer sind kostengünstiger. "Doch Lehrerdienstposten gar nicht nachzubesetzen und so Bildung einzusparen, ist der falsche Weg", ist Frais sicher. Landeshauptmann Pühringer müsse als oberösterreichischer Verhandler beim Finanzausgleich dafür eintreten, dass die Kosten für die notwendigen Lehrerdienstposten vom Bund finanziert werden. "Auch ein Finanzausgleich kann nachgebessert werden", so der SP-Klubchef. Als kurzfristige Ersatzlösung hat die SPÖ die Einrichtung einer Lehrerreserve gefordert - was von der ÖVP öffentlich schlecht gemacht wurde. Jetzt hat der Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich die Rechtsmeinung der SPÖ bestätigt: die Lehrerreserve ist nicht nur für pragmatisierte, sondern für alle Landeslehrer möglich.
Die Bildungsdiskussion werde von der ÖVP ständig als Einspar-Diskussion geführt, kritisiert Frais. "Zuerst wurden Stunden gekürzt, jetzt werden Lehrerdienstposten gestrichen. Das ist der falsche Weg. Bildung einzusparen bedeutet die Chancen für die Kinder zu verringern". Alle Bildungsexperten sind sich einig: Die Zukunftschancen eines Landes hängen von höchstmöglicher und breit angelegter Bildung ab.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel.: (0732) 7720-11313

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40001