Tumpel fordert mehr Geld für Bahnausbau und Entlastung für Pendler

AK kritisiert Nahverkehrsreform der Regierung als "Davonstehlen aus der Verantwortung für den öffentlichen Verkehr"

Wien (OTS) - Mehr Geld für einen raschen Ausbau der Bahn und endlich eine Entlastung für die hunderttausenden Pendlerinnen und Pendler fordert AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich der morgigen Pendleraktion der Arbeiterkammer von der Regierung. "In den vergangenen fünf Jahren wurden die Preise für Pendlerfahrkarten in der Ost-Region sechs Mal erhöht", sagt Tumpel, "und im Jänner gibt’s schon die siebente Preiserhöhung - so kann’s nicht weitergehen." Während die Arbeitswege für Pendler immer teurer werden, hungere die Regierung den öffentlichen Verkehr finanziell aus: Seit dem Jahr 2001 zahlt die Regierung Jahr für Jahr weniger für den öffentlichen Verkehr. Jetzt, nachdem "sie den öffentlichen Verkehr fast kaputtgespart" habe, wolle die Regierung überhaupt die gesamte Verantwortung dafür wie eine heiße Kartoffel an die Länder weitergeben. Den Ländern zwar die Kompetenzen aber nicht genug Geld zu geben, sei keine Nahverkehrsreform, sondern ein Davonstehlen des Bundes aus der Verantwortung für den öffentlichen Verkehr, sagt Tumpel. Die österreichische Regierung solle sich ein Vorbild nehmen an der Schweiz, fordert der AK Präsident. Dort hätten die Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf eine Grundversorgung mit öffentlichem Verkehr. "In Österreich hat die Regierung das funktionierende Unternehmen ÖBB in elf Unternehmen zerschlagen und treibt die Kosten für Pendler durch die steigende Schienenmaut in die Höhe", sagt Tumpel, "für die Pendlerinnen und Pendler hat sich nichts verbessert:
Es fahren nicht mehr Züge, es fahren keine moderneren Züge und pünktlicher sind die Züge auch nicht." Die AK fordert einen Kurswechsel in der Verkehrspolitik, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Chance haben, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen: Mehr Geld für einen zügigen Bahnausbau, ein Tarifstopp bei den ÖBB und eine Entlastung durch einen Verkehrs- und Pendlerabsetzbetrag NEU von dem auch besonders Bahn- und Buspendler profitieren.

Arbeitswege werden immer teurer: Nächste Preiserhöhung schon im Jänner!
190.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendeln täglich aus Niederösterreich, dem Burgendland und aus der Steiermark in die Arbeit nach Wien - fast jeder zweite nützt Bahn oder Bus. Rund 80.000 pendeln aus Wien aus. Im Schnitt braucht jeder Pendler pro Jahr 500 Stunden für den Weg zur und von der Arbeit. Und: Pendeln wird auch immer teurer. Seit dem Jahr 2000 wurden die Zeitkartenpreise im Verkehrsverbund Ost-Region schon sechs Mal erhöht. Ab 1. Jänner werden Wochen- und Monatskarten für Pendlerinnen und Pendler in der Ost-Region schon wieder um drei bis fünf Prozent teurer. Ab Februar werden dann auch die Jahreskarten teurer.

Soviel kostete eine Pendler-Monatskarte (ohne Kernzone Wien 100) am 1.Jänner 2000, kostet sie heute und wird sie ab 1. Jänner 2006 kosten

1.1.2000 aktuell 1.1.2006 Für 1 Außenzone z.B. Mödling-Wien 23,26 31,00 33,00 Für 2 Außenzonen z.B. Baden-Wien 37,79 51,00 54,00 Für 3 Außenzonen z.B. Tulln-Wien 51,60 68,00 71,00 Für 4 Außenzonen z.B. Wr.Neustadt-Wien 62,50 83,00 86,00 Für 5 Außenzonen z.B. St.Pölten-Wien 73,40 96,00 99,00

AK fordert Bahnausbau und Entlastung für Pendlerinnen und Pendler Alle Umfragen zeigen: Pendlerinnen und Pendler wollen mehr Züge, modernere Züge und pünktliche Züge. Und: Sie fordern einen Belastungs-Stopp. Die AK verlangt daher mehr Geld für einen zügigen Bahnausbau, einen Preisstopp bei den ÖBB und eine Entlastung für Pendlerinnen und Pendler über einen neuen, höheren Verkehrsabsetzbetrag und einen Pendlerabsetzbetrag NEU.

AK-SERVICE: Rechtzeitig vor dem ÖBB Fahrplanwechsel am 11. Dezember, wird die AK Wien im Rahmen der Pendleraktion morgen, Mittwoch, von 6.00 Uhr bis 11.00 Uhr an allen großen Wiener Bahnhöfen insgesamt 120.000 Pendlerfahrpläne verteilen. Die AK Pendlerfahrpläne können auch kostenlos bestellt werden - Bestelltelefon: 01 - 310 00 10 392.

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