"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Bemühen & Missbrauch" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 6. Dezember 2005

Wien (OTS) - Die "Türken-Suppe" steht auf der alemannischen Speisekarte ja nicht gerade ganz oben, wie es der Integrationsfonds in seiner Landeskunde vermittelt. Und Bregenz hat auch nicht "121 100 Einwohner". Doch was soll‘s: Die Bemühungen, allen Zuwanderern neben der deutschen Sprache auch Österreichisches im Allgemeinen und Vorarlbergerisches im Besonderen näherzubringen, sollten trotz solcher Unkorrektheiten nicht unterschätzt werden. Weil sie das Ziel haben, Menschen besser zu integrieren.
So gesehen ist es denn auch naheliegend, die Staatsbürgerschaft in Zukunft erst dann zu verleihen, wenn der Kandidat oder die Kandidatin zumindest ein wenig über das Land und die Leute weiß.

All die Integrationsbemühungen sind allerdings wenig wert, wenn die Illegalität daneben blüht: Über österreichische Botschaften in osteuropäischen Ländern sind in den letzten Jahren zehntausende Visa verscherbelt worden; es darf davon ausgegangen sein, dass die meisten Käufer hierzulande untergetaucht sind.
Bisher hat Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) bedauerlicherweise einen großen Bogen um dieses Problem gemacht. Womit sie sich nicht nur den heftigsten Oppositionsangriffen ausgeliefert, sondern der ganzen Sache nichts Gutes getan hat.

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