Neues Volksblatt: "Hilfe" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 6. Dezember 2005

Linz (OTS) - "Aufmerksamkeitsverweigerung" gegenüber dem Thema Armut betreibe die Regierung, so Caritas-Direktor Michael Landau. SPÖ und Grüne assistierten eilfertig, der Anstieg der Armut sei dramatisch.
Tatsache ist, dass die Quote jener Menschen, die als armutsgefährdet gelten (das sind jene, die weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung haben), seit den 90er-Jahren gleich geblieben ist. Und Tatsache ist auch, dass Österreich sich in diesem Bereich deutlich unter dem EU-Schnitt bewegt. Und: Dass etwa das rot regierte Wien den deutlich höchsten Wert in Bezug auf die Armutsgefährdung aufweist. Den seit 15 Jahren österreichweit höchsten Wert gab es 1994 unter einem roten Bundeskanzler. Aber es ist ohnehin alles relativ: Hat man in Österreich 785 Euro monatlich zur Verfügung, ist man ebenso armutsgefährdet wie ein Luxemburger, der über 1800 Euro verfügen kann.
Freilich: Ob auf Basis von Zahlen oder mit Emotionen diskutiert wird, ändert nichts daran, dass jene, die zu wenig zum Leben haben, Hilfe brauchen. Dass es die im Sozialstaat Österreich gibt, ist wohl unbestritten.

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