Behinderte wollen nicht nur im Advent ernst genommen werden Podiumsdiskussion mit den Behindertensprechern der Parteien

Wien (PK) - Die Veranstaltung "Rückblick mit Ausblick - Menschen mit intellektueller Behinderung von 1945 bis übermorgen" wurde heute mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, bei der die BehindertensprecherInnen der vier Parlamentsfraktionen zu konkreten Anliegen der Behinderten Stellung bezogen. Vertreterinnen und Vertreter von Menschen mit Behinderungen wiesen zunächst auf ihre Lebenssituation hin und sprachen dabei die Themen Schule, Bildung, Arbeit, Freizeit und Altersversorgung an. Gemeinsam war den Behinderten der Wunsch, nicht nur in der Vorweihnachtszeit im Rahmen von "Licht ins Dunkel", sondern das ganze Jahr lang mit ihren Anliegen ernst genommen zu werden.

Abgeordneter Dr. Huainigg von der ÖVP wies darauf hin, dass für die Behinderten das Belästigungsverbot durchgesetzt wurde und kein Arzt die Behandlung eines Behinderten verweigern darf; hierbei handle es sich um eine klare Diskriminierung mit Schadenersatzanspruch. Auch wurden die zwangssterilisierten Menschen in das Opferschutzgesetz aufgenommen und erhalten eine entsprechende Entschädigung. Der Redner unterstrich auch, das die Beschäftigungstherapie in Österreich als eine Therapie und nicht als Arbeit angesehen und somit auch nicht entlohnt werde, was geändert gehöre.

Abgeordnete Dr. Partik-Pable (F) sagte, "es müsse immer ein Kampf nicht mit Waffen, sondern mit Worten und guten Argumenten geführt werden". Auch sie sei mit dem Erreichten nicht zufrieden, obwohl es in den letzten 20 Jahren einige Errungenschaften gegeben habe. Als Mutter einer behinderten Tochter strich sie die Rolle der Angehörigen im Rahmen der Betreuung behinderter Menschen heraus, sprach davon, dass die behinderten Personen dort alt werden sollten, wo sie gelebt haben, und wies darauf hin, dass der Bund nicht für alles zuständig sei. Bei den Ländern liege die Hauptkompetenz für die Führung von Heimen sowie für Integrations- und Finanzfragen. Partik-Pable forderte auch den Ausbau der Freizeitassistenz und die bessere Gestaltung von Freizeiteinrichtungen ein.

Abgeordnete Mag. Lapp (S) möchte mit den Behinderten einen "Fahrplan" zurechtlegen, wie weitergearbeitet werden solle. Man habe eine weiten Weg vor sich, aber "auch die längste Reise beginne mit einem ersten Schritt", so Lapp. Wichtig ist ihr, dass alle "miteinander leben und arbeiten". Sie unterstrich auch die Wichtigkeit der integrativen Berufsausbildung, die seit mehr als zwei Jahren bestehe, und trat für Nachbesserungen bzw. notwendige Veränderungen ein.

Abgeordnete Haidlmayr (G) kennt, wie sie ausführte, seit 20 Jahren die vorgebrachten Anliegen. Sie trat vehement dafür ein, dass behinderte Menschen, die Tag für Tag ihren Job verrichten, angestellt, also als Dienstnehmer angesehen werden und sozialversicherungsrechtlich abgesichert werden; damit würden die behinderten Menschen auch einen Pensionsanspruch erwerben, außerdem hätten sie Anspruch auf Kranken- und Arbeitslosengeld. (Schluss)

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