Neues Volksblatt: "Zynisch" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 5. Dezember 2005

Linz (OTS) - Die Verwaltungsreform, verbunden mit Personalabbau im öffentlichen Dienst, ist ein Dauerthema. Die Bundesregierung tut es, die Länder tun es, die Gemeinden tun es auch.
Gestern haben wir in der Fernseh-Pressestunde gehört, dass auch SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer den Personalabbau im öffentlichen Dienst vorantreiben will, sollte er nach der Nationalratswahl im kommenden Jahr Bundeskanzler werden. Wie er das angeht, das war doch etwas überraschend; vor allem beim Chef einer Partei, die das Soziale sogar im Namen hat. Denn noch nie in den letzten Jahren hat ein Politiker einer ganzen Berufsgruppe in aller Öffentlichkeit so brutal ausgerichtet, dass er sie für Nichtstuer hält - und dass sie daher, das ist die logische Schlussfolgerung, entbehrlich ist.
Diesmal waren es 5000 Beamte im Landwirtschaftsministerium, von denen Gusenbauer nicht weiß, was sie tun.
Und wer also kommt als Nächster dran? Die Beamten im Innenministerium, im Sozialministerium, die Lehrer? Wir werden sehen. Für diese Art von "Personalpolitik" gibt es viele Bezeichnungen, zynisch ist nur eine davon. Nur mit sozial hat das nichts zu tun!

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