AK Test: Handwerk hat große Preisunterschiede!

Wien (OTS) - Enorme Preisunterschiede bei den Stundensätzen und Fahrtkosten stellte die Arbeiterkammer bei 130 Handwerkern in Wien fest. Ein aktueller AK Test zwischen August und November zeigt: Die größten Preisunterschiede gibt’s beim Tapezierer - Konsumenten können mehr als das Doppelte zahlen. "Leider haben wir festgestellt, dass viele Betriebe keine konkreten Preisauskünfte geben, sondern die Preise nur über den Daumen peilen", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz, "für Konsumenten wird dadurch ein Preisvergleich fast unmöglich."

Die AK hat die Preise von Elektrikern (12), Fliesenlegern (13), Installateuren (17), Installateur-Werkskundendiensten (10), Installateur-Notdiensten (13), Malern (14), Parkettbodenverlegern (12), Schlüsseldiensten (14), Tapezierern (13), Tischlern (12) geprüft.

Was kostet der Handwerker in der Stunde?

Handwerker von bis Differenz Elektriker 47 Euro 72 Euro 53 Prozent Fliesenleger 42 Euro 61 Euro 45 Prozent Installateur 52 Euro 71 Euro 37 Prozent Installateur-Werkskundendienst 60 Euro 78 Euro 30 Prozent Maler 47 Euro 82 Euro 74 Prozent Parkettbodenverleger 39 Euro 51 Euro 31 Prozent Aufsperrdienst 78 Euro 118 Euro 51 Prozent Tapezierer 34 Euro 72 Euro 112 Prozent Tischler 42 Euro 60 Euro 43 Prozent

Viele Betriebe verrechnen für die Wegzeit die Arbeitszeitkosten. Manche verlangen zusätzlich noch ein Fahrzeugpauschale. "Bei Fliesenlegern sind die Kosten für die Fahrt und den Schutt-Abtransport sehr undurchsichtig", sagt Glatz, "da viele nur ungefähre Preise angeben. Bei den Schlüsseldiensten sind die Preise zum Großteil reine Verhandlungssache. Das ist ein Problem, da ein Preisvergleich immer schwieriger wird." Auch die korrekte Preisauszeichnung inklusive Mehrwertsteuer lässt in einigen Branchen zu wünschen übrig. Die AK fordert eine transparentere und übersichtlichere Preisgestaltung.

Tipps der AK Konsumentenschützer
+ Wenn bei den Fahrtkosten für die Wegzeit die Arbeitszeit verrechnet wird, heißt das, dass Sie je nach Dauer eine halbe bis eine ganze Stunde zahlen müssen. Wählen Sie eher einen Handwerker in Ihrer Nähe und fragen Sie nach Fahrtkosten für die Nahzone.
+ Fragen Sie bei Notdiensten nach Zuschlägen, z.B. für das Wochenende.
+ Vorsicht auch am Freitag: Manche Betriebe verrechnen schon ab 11.30 Uhr einen 50-Prozent-Zuschlag, andere erst ab 17 Uhr.
+ Ein Kostenvoranschlag ist verbindlich, wenn nicht ausdrücklich das Gegenteil erklärt ist.
+ Bei einem verbindlichen Kostenvoranschlag darf der Betrieb nicht mehr verrechnen, wenn er falsch kalkuliert hat. Bei einem unverbindlichen muss er Sie sofort informieren, sollten die Kosten mehr als 10 bis 15 Prozent höher sein, als ursprünglich ausgemacht.

SERVICE: Die Handwerkerpreise im Internet unter http://wien.arbeiterkammer.at.

Rückfragen & Kontakt:

Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
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