Die österreichische Wirtschaft braucht mehr Frauen in der Technik

Kircher-Kohl: "Berührungsängste und Vorurteile gegenüber technischen Ausbildungen müssen abgebaut werden."

Wien (OTS) - Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), die Fachhochschule Technikum Wien und die Fachhochschule Technikum Kärnten zeichnen Studentinnen für ihre hervorragenden Leistungen aus

Bei einem Pressegespräch präsentierten der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, die Fachhochschule Technikum Wien und die Fachhochschule Technikum Kärnten heute ein neues gemeinsames Projekt zur Frauenförderung. Unter dem Motto "So ausgezeichnet kann Technik sein", werden künftig hervorragende Leistungen von Studentinnen technischer Studiengänge an den beiden Bildungseinrichtungen mittels eines Studienplatzsponsorings für ein Jahr honoriert. "Mit dieser Maßnahme wollen wir einerseits erstmals bewusst Frauen ansprechen, die sich bereits für eine technische Ausbildung entschlossen haben. Andererseits erwarten wir uns davon auch einen positiven Multiplikatoreffekt, indem die ausgezeichneten Studentinnen eine gewisse Vorbild- und Motivationsfunktion für andere Frauen ausüben", erklärte Mag. Monika Kircher-Kohl, Obmann-Stellvertreterin des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) die Beweggründe für diese Initiative. Darüber hinaus wolle man mit diesem Projekt auch ein deutliches Signal geben, dass Frauen genau so gut für eine technische Ausbildung geeignet sind und die gleichen Voraussetzungen für einen Berufsweg in diese Richtung mitbringen wie Männer.

Berührungsängste und falsche Vorstellungen als Hemmnisse für eine technische Ausbildung

Trotz hervorragender Perspektiven wie einen entsprechenden Ausbildungsplatz, guten Chancen am Arbeitsmarkt mit höher dotierten Jobs und besten Karrieremöglichkeiten entscheiden sich nach wie vor acht von zehn Frauen für eine traditionelle, nicht technische Ausbildung. "Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Viele junge Frauen haben eine falsche Vorstellung von einer technischen Ausbildung und assoziieren in erster Linie trockene Fächer wie Mathematik, Physik, oder Chemie mit dem Studium. Zuwenig Wissen gibt es nach wie vor auch über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten. Technikerin zu sein ist nicht gleichzusetzen mit isolierter Labor-oder harter Werkstättenarbeit - vielmehr sind die Technikerinnen von heute auch als Managerinnen oder Beraterinnen tätig. Vorurteile und Berührungsängste werden aber ebenfalls durch die Sozialisierung in der eigenen Familie und Schule geschürt. Als dritten Aspekt in diesem Zusammenhang muss man sicher auch externe Faktoren wie stereotype Rollenzuschreibungen oder die Angst vor Mehrfachbelastung durch Karriere und Beruf betrachten", beschreibt Kircher-Kohl die Situation.

ExpertInnendefizit wirkt sich langfristig nachteilig auf den Wirtschaftsstandort aus

Innovationskraft und eine qualitativ hochwertig ausgebildete Bevölkerung sind die Säulen, auf denen der zukünftige wirtschaftliche Erfolg unseres Landes ruht. Laut einer aktuellen Statistik des österreichischen Fachhochschulrates entschließen sich immer mehr junge Menschen für eine Ausbildung an einer Fachhochschule. Mittlerweile besuchen knapp 24.000 StudentInnen die diversen Institutionen in ganz Österreich. Dabei stieg der Frauenanteil unter den FH-StudentInnen von anfänglich 24,7% auf 40% im Studienjahr 2004/2005. Allerdings entscheiden sich von dieser Gruppe nur knapp 20% für einen technischen Studiengang. "Die steigenden StudentInnen-Zahlen sind zwar erfreulich, allerdings haben wir in den technisch-naturwissenschaftlichen Studienrichtungen mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Neben der grundsätzlichen Motivation junger Menschen für eine hochwertige Technik-Ausbildung muss es daher unser erklärtes Ziel sein, dass wir noch mehr junge Frauen dafür begeistern können. Die österreichische Wirtschaft braucht diese Zielgruppe, um auch künftig ihren Bedarf an ExpertInnen zu decken. Sollte uns dies nicht gelingen, wird sich dieser Mangel langfristig auf die Innovationskraft und damit auch auf das wirtschaftliche Wachstum unseres Landes auswirken", zog die FEEI-Obmann-Stellvertreterin Resümee.

Studienplatzsponsoring "So ausgezeichnet kann Technik sein" startet mit WS 2005/2006

Mit dem Wintersemester 2005/2006 starteten die Fachhochschule Technikum Wien und die Fachhochschule Technikum Kärnten gemeinsam mit dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie eine neue Initiative, die besonders jenen Frauen zugute kommen soll, die sich bereits für ein technisches Studium an einer der beiden FHs entschlossen haben. Unter dem Motto "So ausgezeichnet kann Technik sein" werden jeweils die fünf besten Studentinnen der beiden Bildungseinrichtungen, die ein technisches Vollzeitstudium absolvieren und deren Notendurchschnitt. eines ganzen Studienjahres geringer als 1,5 ist, für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet. Die Anerkennung umfasst einen Gutschein für die Studiengebühr für Winter- und Sommersemester sowie EUR 1.000,- in bar, die vom Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie sowie von der jeweiligen Fachhochschule gesponsert werden. Die Initiative soll in erster Linie verdeutlichen, dass Studentinnen ihren männlichen Kollegen um nichts nachstehen bzw. wollen der FEEI und die beiden Fachhochschulen damit auch jene jungen Frauen motivieren, die sich bis dato eine technische Ausbildung nicht zutrauten.

Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit ca. 57.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von mehr als 9 Milliarden Euro. Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u.a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), das Umweltforum Haushalt (UFH), das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Rail Technology Cluster Austria (RTCA) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken.

Über die Fachhochschule Technikum Wien

Die Fachhochschule Technikum Wien, ein Netzwerkpartner des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), ist eine der führenden technischen Fachhochschulen Österreichs. Den 2000 Studierenden wird praxisrelevantes, zukunftsorientiertes Wissen vermittelt, wobei individuelle Entwicklungsmöglichkeiten besonders gefördert werden. Durch die enge Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft werden die StudentInnen optimal auf ihre Karriere vorbereitet. Primäres Ziel ist es, hoch qualifizierte TechnikerInnen im Bereich neuer Technologien auszubilden und durch innovative Entwicklungen den Wirtschaftsstandort Wien auch in Zukunft zu sichern.

Über das Technikum Kärnten

Die Fachhochschule Technikum Kärnten mit ihren vier modernst ausgestatteten Standorten Spittal/Drau, Villach, Klagenfurt und Feldkirchen vermittelt Studierenden eine praxis- und projektorientierte Ausbildung auf höchstem internationalen Niveau. Mit über 1000 Studierenden hat sich die Kärntner Fachhochschule inzwischen als Kompetenzzentrum sowohl im Bereich Technik als auch in den Richtungen Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft und Verwaltung etabliert und positioniert. Durch ständige Weiterentwicklung und Ausweitung des Studienangebots bietet die FH Technikum Kärnten in den genannten Bereichen eine zukunftsorientierte Ausbildung in enger Kooperation mit Wirtschaft und Wissenschaft.

Bildmaterial unter www.pressefotos.at

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
Mag. Monika Kircher-Kohl
c/o Infineon Technologies Austria AG
Tel: +43 (0)5 1777-0

Kathrin Mück-Puelacher
FEEI Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 01/588 39 29
Internet: www.feei.at

Fachhochschule Technikum Wien
Mag. Nicolas A. Tauferer
Tel: +43 1 333 40 77 - 456
E-Mail: tauferer@technikum-wien.at
Internet: www.technikum-wien.at

Fachhochschule Technikum Kärnten
Dipl. Fw. Martina Petelinc
Mob.: +43(0)699 1805 9700
E-Mail: m.petelinc@fh-kaernten.at
Internet: www.fh-kaernten.ac.at

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