Bundesarbeitskammer (6): Initiativen für Bildung und Ausbildung nötig

Hauptversammlung fordert Lastenausgleich in der Lehrausbildung, mehr Plätze in den berufsbildenden Schulen und bessere Bildungskarenz

Salzburg (OTS) - Endlich Initiativen der Bundesregierung für bessere Chancen auf Ausbildung, Bildung, Weiterbildung: Das fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in Salzburg in mehreren Anträgen. Um den Lehrstellenmangel zu beheben, fordert sie einen gesetzlichen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben, sollte die "Blum-Förderung" zusätzlicher Lehrstellen nicht zu ausreichend neuen Lehrplätzen führen. An den berufsbildenden Schulen müssen mehr Plätze geschaffen werden - und für abgewiesene BewerberInnen sind alternative schulische Formen der Berufsausbildung nötig. Und damit lebensbegleitendes Lernen tatsächlich möglich ist, fordert die Vollversammlung unter anderem die Verbesserung der Bildungskarenz für ArbeitnehmerInnen.

Im internationalen Vergleich stagniert der Anteil der Jugendlichen, die nach der Pflichtschule eine Lehre machen oder eine weiterführende Schule besuchen - und die Zahl der StudienanfängerInnen ist im internationalen Vergleich ebenso niedrig wie später dann die Akademikerquote. Zusätzlich bekommen zu wenige Erwachsene die Chance, sich neben dem Beruf weiterzubilden. Zu all diesen Themen beschloss die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer Anträge, in denen sie dringend Verbesserungen fordert:

+ Bei der Blum-Förderung für zusätzliche Lehrstellen sieht die Hauptversammlung die Gefahr, dass auch Betriebe zum Zug kommen, die keine entsprechende Qualität in der Ausbildung bieten. Sie verlangt Kriterien, nach denen solche Betriebe von der Förderung ausgeschlossen werden, etwa wenn sie mehr als 40 Prozent ihrer Lehrverhältnisse vorzeitig lösen. Für das Frühjahr verlangt die Hauptversammlung überdies zu prüfen, ob durch die Blum-Förderung wirklich ausreichend zusätzliche Lehrstellen geschaffen wurden. Bei anhaltendem Lehrstellenmangel verlangt sie einen gesetzlichen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen. Durch den Lastenausgleich werde der finanzielle Anreiz für Betriebe auzubilden gleichsam aufgedoppelt durch eine "ökonomische Sanktion" für Betriebe, die nicht ausbilden. Weiters verlangt die Hauptversammlung im Rahmen des Jugend-Auffangnetzes 4.000 Plätze in Lehrlingsstiftungen.

+ An den berufsbildenden Schulen fehlen Plätze - und bereits in 41 Prozent der ersten Klassen der berufsbildenden mittleren Schulen und in 60 Prozent der ersten Klassen der berufsbildenden höheren Schulen müssen 30 oder mehr SchülerInnen sitzen. Dagegen fordert die Hauptversammlung endlich ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen. Und der Druck durch abgewiesene BewerberInnen auf den Lehrstellenmarkt müsse verringert werden - durch anwendungsorientierte alternative schulische Ausbildungsangebote an berufsbildenden mittleren Schulen und an den Berufsschulen. Dafür soll es zunächst Schulversuche geben.

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