SJÖ fordert Disziplinarverfahren gegen NS-Verharmloser

Sozialistische Jugend begrüßt schnelles Einschreiten der Staatsanwaltschaft

Wien (OTS) - Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen
Jugend Österreich (SJÖ) fordert nach der Einleitung von Ermittlungen gegen den ehemaligen Präsidenten der Finanzlandesdirektion Kärnten Siegfried Lorber wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz auch die Einleitung eines Disziplinarverfahrens. In der aktuellen Ausgabe der Kärntner Kirchenzeitung "Der Sonntag" erschien ein von Lorber verfasster Leserbrief, in dem er davon gesprochen hatte, dass es falsch sei, im Rahmen des Schulunterrichts das KZ Mauthausen zu besuchen und "der Schuljugend Einrichtungen zeigen zu lassen, die nachweislich erst nach dem Zweiten Weltkrieg für touristische Zwecke errichtet wurden."

Diese und andere Aussagen Lorbers seien eindeutige Versuche, die NS-Verbrechen zu leugnen oder zumindest gröblich zu verharmlosen. Nachdem die Staatsanwaltschaft bereits tätig geworden sei, sei es laut Dvorak nun auch am Dienstgeber entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Lorber unterliege als Beamter im Ruhestand immer noch den dienstrechtlichen Vorschriften und müsse daher auch als Beamter disziplinarrechtlich belangt werden. "Es ist untragbar, dass Lorber derartige Aussagen von sich gibt und gleichzeitig seine Ruhestandsbezüge kassiert. Auch ein Beamter in Ruhestand besitzt keine Narrenfreiheit.", so Dvorak am Montag. Gerade im Gedenkjahr sei es Aufgabe der Republik zu beweisen, dass die Opfer der NS-Verbrechen und nicht ihre Verharmloser in den Genuss öffentlicher Gelder kämen. Das müsse nun der Dienstgeber sicherstellen, fordert Dvorak.

Rückfragen & Kontakt:

SJÖ
Wolfdietrich Hansen,
Tel.: 01 523 41 23 oder 0699 19 15

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SJO0001