Glawischnig: Für EU-Gentechnik-Stop nach Schweiz-Entscheid

Grüne wollen Vier-Parteien-Antrag für EU-Moratorium

Wien (OTS) - "Nach dem klaren Gentechnik-Nein der Schweiz muss die

EU den Umgang mit der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln neu diskutieren", fordert Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen. Glawischnig fordert einen fünfjährigen Gentechnik-Stopp auf EU-Ebene. Die Grünen bereiten einen entsprechend Antrag für die kommende Nationalratssitzung vor und wollen eine Vier-Parteien-Einigung. "Wenn BM Pröll es wirklich ernst meint mit der ablehnenden Haltung zur Gentechnik muss er für die österreichische Ratspräsidentschaft eine Initiative für ein fünfjähriges Gentech-Moratorium auf EU-Ebene vorbereiten und dafür gentech-kritische Länder wie Frankreich oder Deutschland ins Boot holen", so Glawischnig.

"Die wegweisende Entscheidung der Schweiz muss von EU-Kommission und Bundesregierung ernst genommen werden", so Glawischnig, die daran erinnert dass es in der EU bereits von 1998 bis 2004 ein de facto-Verbot für neue Gentech-Zulassungen gegeben hat. "Leider haben die Gentech-Konzerne die Aufhebung des Zulassungsstopps durchgesetzt. Nun rollt eine Zulassungswelle auf Europa und Österreich zu, die auf Grund der weiterhin ungeklärten ökologischen und gesundheitlichen Risken unverantwortbar ist", so Glawischnig. Die Zulassungspraxis auf EU-Ebene werde von der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde dominiert, die bekannter Weise mit Gentechnik-Befürwortern besetzt ist und unabhängige Risikostudien weitgehend ignoriere.

"Wenn ein Land wie die Schweiz, das - im Gegensatz zu Österreich -sogar mächtige Gentechnikkonzerne im eigenen Land hat, sich mit deutlicher Mehrheit für einen Gentechnik-Verzicht ausspricht, so ist das ein deutliches Alarmsignal", so Glawischnig. Ein de facto Moratorium stehe nicht in Widerspruch zu geltendem EU-Recht. "Der EU-Umweltministerrat kann jeden Zulassungsantrag per qualifizierter Mehrheit ablehnen. Dafür soll BM Pröll jetzt rasch Verbündete finden", so Glawischnig.

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