Forum Psychosomatik gegründet

Brettenthaler: Bedeutung der Psychosomatik in der Öffentlichkeit und bei Institutionen bewusst machen

Wien (OTS) - Unter Teilnahme von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat wurde vergangenes Wochenende in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) ein "Forum Psychosomatik" gegründet. Wie ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler am Montag in einer Presseaussendung mitteilte, soll diese Initiative die Bedeutung psychosomatischer Behandlungsansätze in der Bevölkerung, bei Institutionen, sozialen und privaten Krankenversicherungen bewusst machen. "Der sowohl aus medizinischer wie auch aus gesellschaftlicher Sicht sinnvolle Wunsch nach ganzheitlicher Behandlung ist bei uns noch nicht in dem Maße verankert, wie dies notwendig ist", so Brettenthaler.

Nach deutschen Untersuchungen ist bei 23 Prozent der Bevölkerung die Notwendigkeit einer psychosomatischen Grundversorgung, Beratung und Betreuung gegeben. Für Österreich fehlen zur Zeit einschlägige epidemiologische Studien, deren Durchführung daher eine der wesentlichen Aufgaben des neu gegründeten Forums sein wird. Dabei geht es insbesondere auch darum, psychosomatische Kompetenz in niedergelassenen Praxen, ambulanten und stationären Spitalseinrichtungen zu vernetzen. Gleichzeitig sollen Qualitätsstandards für die Behandlungszuordnung, welche Störungen ambulant, und welche stationär zu versorgen sind, entwickelt werden.

Mit der Koordination des Forums Psychosomatik wurde der Grazer Internist Univ.Prof. Karl Harnoncourt beauftragt. Harnoncourt hält es nach 40 Jahren Tätigkeit als Internist an der Universität für dringend erforderlich, die Medizin neu zu orientieren und den Patienten als Mensch verstärkt zu berücksichtigen und nicht nur seine Krankheit.

Brettenthaler abschließend: "Die Einbindung der Psychosomatik im Sinne eines bio-psycho-sozialen Ansatzes ist eine überfällige Aufgabe. Wir müssen auch die Krankenversicherungen davon überzeugen, dass aktuelle Methoden der Gesprächsmedizin von essentieller Bedeutung sind."

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