WWF fordert: Verhandlungen bis 2008 abschließen!

Montreal: Erste Sitzung der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls.

Wien/Montreal (OTS) - Ab heute bis zum 9. Dezember treffen sich in Montreal mehr als 10.000 VertreterInnen von Regierungen, Wirtschaft und NGOs zur ersten Sitzung der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls (COPMOP1), seit dessen Inkrafttreten im Februar 2005. Neben einer formalen Bestätigung der Regeln des Kyoto-Protokolls geht es vor allem darum, wie es mit dem Klimaschutz nach 2012 weitergehen soll. Für den WWF, der weltgrößten Naturschutzorganisation, ist klar, dass die Zeit drängt. Um die schlimmsten Folgen der Erderwärmung (wie z.B. ein Abschmelzen des Grönland-Eises) zu verhindern, muss der weltweite Ausstoß an Klimagasen drastisch reduziert werden und vor allem müssen die Unterzeichnerstaaten noch heuer mit den Verhandlungen beginnen. Markus Niedermair, Klimaexperte des WWF: "Wir wollen die Verhandlungen bis 2008 abgeschlossen und die Klimaschutzziele für alle Staaten unter Dach und Fach bringen!"

"Wir fordern von den Regierungen einen formalen Beschluss für den Beginn dieser Verhandlungen für langfristige Klimaschutzziele noch heuer. So steht es zu Recht auch im Kyoto-Protokoll." Gelingt dies nicht, würde sich die Chance auf einen Stopp des Klimawandels unterhalb von 2GradCelsius dramatisch verschlechtern. "Von der österreichischen Delegation unter der Führung von BM Josef Pröll fordern wir, dass sich Österreich zu CO2-Senkungen von 30 % bis 2020 und von 80% bis 2050 verpflichtet. Nur mit solchen tiefgreifenden CO2-Reduktionen kann die Erderwärmung unterhalb der kritischen 2GradC-Marke stabilisiert werden. Diese Notwendigkeiten wurden von den Staats- und Regierungschefs der EU beim Frühjahrsgipfel 2005 bestätigt", so Niedermair.

Der entscheidende Punkt für diese Konferenz ist die Übersetzung des Klimaschutzziels (die Erderwärmung unterhalb der kritischen 2GradC-Marke zu halten) in politische Verantwortlichkeiten. Die sogenannten Industrienationen sind in Montreal dazu aufgefordert, die Klimagase weit mehr zu reduzieren als dies von sogenannten Entwicklungsländern eingefordert werden kann. Von den ärmeren Staaten wird ein "fair share", also ein faires Commitment, gefordert, die Hauptzugeständnisse müssen in Montreal allerdings von jenen Staaten kommen (wie z.B. den USA oder europäischen Staaten), die auch hauptverantwortlich für den globalen Klimawandel sind.

Informationen rund um Montreal und zum Thema Klima unter www.wwf.at/klima
Markus Niedermair berichtet aus Montreal unter http://wwfklima.blogspot.com (Weblog)

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Matzka, WWF Pressereferentin, Tel. 0676-83 488 288
Markus Niedermair, WWF Klimaexperte, Tel. 0676-83 488 252

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