Kurt Bergmann: Einfacher wählen - mehr Rechte!

Kurt Bergmann fordert Reform, Meinungsumfrage: ORF für 90 Prozent der Österreicher wichtig

Wien (OTS) - "Das Wahlsystem ist zu kompliziert, das
Mitspracherecht muss erweitert werden", mit diesen Worten begründete der Kandidat des Seniorenbundes für die Wahl zum ORF-Publikumsrat, Kurt Bergmann (Wahlcode: A 0330), der Gründer von "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not", heute, Montag, bei einer Pressekonferenz seine Forderung nach einer publikumsfreundlichen Reform dieses Gremiums. "Ab morgen wird gewählt.

Das derzeitige Wahlsystem mittels FAX sei "umständlich und nimmt vielen ORF-Kunden die Möglichkeit der Beteiligung. Es bedarf einer Weiterentwicklung des Wahlsystems". Verschärfend wirke auch die Fixierung des Beginns der Wahl auf einen bestimmten Termin. "Die Rechte des Publikums erscheinen den Wählerinnen und Wählern als zu gering, um derzeit vom Publikumsrat als starker Interessensvertretung überzeugt zu sein", so Bergmann.
Das Rundfunkgesetz, so Bergmann, solle folgendermaßen novelliert werden:

1. Briefwahl: Einführung einer allgemeinen Briefwahl, an der zusätzlich auch über Internet oder mit FAX teilgenommen werden kann. 2. Wählen ab 16: Wahlrecht für alle Personen ab 16 Jahren, die in einem Teilnehmerhaushalt leben. 3. Wählen ab Stimmzettel-Erhalt: Die Stimmabgabe beginnt für die Wähler am Tag der Zustellung des Stimmzettels durch die Post. Sie endet für alle am Stichtag. 4. Vorsitzender des Publikumsrates: Einer der sechs Gewählten soll Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Publikumsrates sein. 5. Vorsitzender des Programmausschusses: Einer der drei Delegierten in den Stiftungsrat ist zwingend der Vorsitzende des Programmausschusses dieses Gremiums.

"Nach den Verbesserungen aufgrund der Erfahrungen der ersten Wahl vor vier Jahren, sollte jetzt ein mutiger Schritt getan werden. Eine sachliche und rechtlich kompetente Vertretung der Hörer und Seher ist für die Programmmacher nicht immer angenehm, aber: ein offenes und ehrliches Zusammenwirken des Österreichischen Rundfunks mit seinem Publikum bietet dem ORF eine Überlebenschance und bindet die Zuschauer an Anstalt und Programm", so Bergmann.

"Wählen und mitbestimmen!"

Bergmann führte im Rahmen der Präsentation seines Programms für die Wahl zum ORF-Publikumsrat eine umfangreiche Meinungsumfrage auf seiner Internetplattform www.kurt-bergmann.at durch (Befragungszeitraum: 14. bis 25. November, n = 500). Die Ergebnisse wurden bei der heutigen Pressekonferenz präsentiert.

"Ich werbe nicht nur um die Stimmen der Rundfunkteilnehmer, ich ersuche mit dieser Umfrage um einen Auftrag für meine künftige Arbeit. Ich möchte wissen, was die Hörer und die Zuschauer denken. Ich möchte mit ihnen ins Gespräch kommen und über diese Wahl hinaus auch bleiben", sagte Bergmann.

Hier die interessantesten Ergebnisse der Umfrage:

1. Für 90 Prozent der ÖsterreicherInnen ist der ORF eine wichtige Einrichtung. 84 Prozent halten ihn auch in Hinblick auf Österreichs Rolle in Europa für wichtig. Bergmann: "Dieses Vertrauen muss der ORF täglich neu erwerben." 2. ORF 2 erscheint wichtiger als ORF 1. Bergmann: "Weil offensichtlich der hohe Österreichanteil des '2er' vom Publikum stärker honoriert wird." 3. Unter den Radioprogrammen finden die regionalen die höchste Zustimmung. Im Fernsehen ist fast ein Drittel der Befragten die Präsenz der Bundesländer zu gering. "Die weitere Regionalisierung des Fernsehens ist eine vorrangige Aufgabe für die nächsten vier Jahre", so Bergmann. 4. 66 Prozent sind der Meinung, dass der ORF objektiv und politisch unabhängig informiert - aber nur zehn Prozent davon sind der Meinung, dass er dies "immer" tut. Bergmann: "Die objektive Berichterstattung ist die wichtigste Begründung für einen aus Gebühren finanzierten Rundfunk, da müssen die Alarmglocken läuten." 5. Im "Ranking" der Informationssendungen führen die ZIB2 (77 Prozent) vor EuroCO (69 Prozent) und der ZIB1 (68 Prozent). Die drei letzten Plätze belegen OFFEN GESAGT (51 Prozent), HEIMAT, FREMDE HEIMAT (41 Prozent) und WILLKOMMEN ÖSTERREICH (33 Prozent). "Ein weiteres Feld für die Programmstrategen", so Bergmann. 6. 80 Prozent sehen den Auftrag zur Sportberichterstattung für erfüllt, aber nur 60 Prozent sagen dies auch über den Bereich Kultur und Bildung. 40 Prozent sind nicht zufrieden. Bergmann: "Da wären beispielsweise die Sendezeiten zu überdenken. Viele Sendungen mit Niveau werden erst ausgestrahlt, wenn die Interessierten längst schlafen", sagte Bergmann. 7. Bei zwei Fragen sind die Fernsehzuschauer gespalten: 1. bei den Unterhaltungssendungen wird der ORF der einen Hälfte der Zuschauer in ihrem Qualitätsanspruch durchaus gerecht, der anderen Hälfte nicht. 2. Die Frage, ob der ORF für die Gebühren seinem Publikum auch eine entsprechende Gegenleistung bietet, sehen 52 Prozent eher positiv, 48 Prozent eher negativ. "Da sind Nachdenkübungen zu beiden Ergebnissen gefragt", so Bergmann. 8. Neun von zehn Österreichern erklären die großen humanitären Hilfsaktionen des ORF, zum Beispiel "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not", für sehr wichtig bis wichtig. Fast 40 Prozent könnten sich dafür auch mehr Sendezeit vorstellen. 88 Prozent erwarten vom ORF, dass er sich dafür einsetzt, dass auch private Spenden für soziale Projekte von der Einkommensteuer absetzbar werden. Bergmann: "Diese Zustimmung verpflichtet."

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Österreichischer Seniorenbund,
Mag. Michael Schleifer, Tel.: (01) 40126/154

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