AK Test: Dauer-Minus am Konto kommt teurer als Privatkredit! (1)

Enorme Zins-Bandbreiten bei Guthaben und Überziehungen - Verhandeln lohnt!

Wien (OTS) - Saftige Zinsunterschiede für Guthaben und Überziehungen bei Gehaltskonten ortet ein AK Test bei 17 Banken in Wien und insgesamt 40 Gehaltskonten: So rei-chen die Zinsen bei einem Plus von 0,125 bis 1,75 Prozent, bei einem Minus von 6,875 bis 13,25 Prozent. "Ein Privatkredit kommt günstiger als eine andauernde Überziehung", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Für einen Privatkredit betrugen laut Statistik der Österr. Nationalbank die Durchschnittszinsen 4,8 Pro-zent, laut AK Erhebung kostet eine Kontoüberziehung im Schnitt 9,5 Prozent. "Ver-handeln Sie daher unbedingt die Zinsen", sagt Glatz, "Spielräume sind drinnen."

Die AK Tester haben Zinssätze, Spesen und Leistungen auf Gehaltskonten mit Einzel-preis- und Pauschalpreisverrechnung verglichen. Überprüft wurden 17 Banken, die zehn Konten mit Einzelpreisverrechnung und 30 Konten mit Pauschalpreisverrechnung anbie-ten: Sparda Bank Wien, BAWAG, Bank Burgenland, PSK, Hypo Alpe Adria, easybank, Hypo OÖ, Bank für Kärnten und Steiermark, Oberbank, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, NÖ Landesbank Hypothekenbank, Volksbank Wien, Bank Austria Creditanstalt, Bank für Tirol und Vorarlberg, Generali Bank, Erste Bank, Wiener Spar- und Kreditbank.

Wer auf seinem Girokonto ein Guthaben hat, bekommt Habenzinsen zwischen 0,125 und 1,75 Prozent, je nach Girokontomodell. Zumeist gibt’s magere 0,125 Prozent Gutha-benzinsen. Wer ins Minus rutscht, zahlt - je nach Gehaltskontomodell - kräftige Sollzin-sen von 6,875 bis 13,25 Prozent bei Überziehungen innerhalb des Kontorahmens (in der Regel zwei bis vier Netto-Monatsgehälter). Wird das Konto über den vereinbarten Rah-men überzogen, kommen zu den Sollzinsen noch Überziehungsszinsen von saftigen fünf Prozent hinzu. "Bei den Überziehungs- und Guthabenzinsen gibt es zudem pro Bank große Bandbreiten", sagt Glatz, "die vom Verhandlungsgeschick und der Bonität des Kunden abhängen."

Die AK hat berechnet: Eine kurze Überziehung am Gehaltskonto -drei Monate lang mit 4.000 Euro - kostet im günstigsten Fall (Zinssatz 6,875 Prozent) 68,75 Euro im Quartal, im teuersten Fall 132,5 Euro (13,25 Prozent) im Quartal. Wer sein Konto permanent überzieht und z.B. mit 4.000 Euro ein Jahr lang im Minus ist, zahlt im günstigsten Fall 275 Euro im Jahr, im schlechtesten Fall satte 530 Euro im Jahr. "Bei hohen Überziehungszin-sen und Dauer-Minus am Konto ist ein Kredit überlegenswert", betont Glatz.

"Es lohnt sich also, die Girokontomodelle zu vergleichen", empfiehlt Glatz, "da nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen unterschiedlich sind. Unterscheiden müssen Konsumenten zwischen Konten mit Einzel- oder Pauschalpreisen. Bei Konten mit Einzel-preisen kommen zur Kontoführungsgebühr pro Quartal - von 4,3 bis 9,77 Euro im Quartal - noch Gebühren pro Buchungszeile oder für sonstige Kontodienstleistungen dazu. Auch hier gehen die Preise sehr auseinander. Bei den Pauschalkonten sind im Paketpreis be-reits eine Reihe von Leistungen, z.B. Kontoführung, Buchungszeile, Bankomatkarte, ent-halten. Bei den Kontoführungsgebühren pro Quartal gibt es ebenfalls hohe Differenzen - von kostenlos bis 44,47 Euro, so unterscheiden sich auch die Leistungen. (Forts.)

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