Enzenhofer: Wichtigkeit kompetenter Landesschulbehörde unbestritten

Prüfen, wie Stadt Wien über Finanzausgleich finanzierte Dienstposten einsetzt

Wien (OTS) - Zu den heutigen Aussagen der neuen Bildungssprecherin der ÖVP-Wien, Stadträtin Katharina Cortolezis-Schlager, sagte heute, Samstag, der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer, die "Organisation von Schule in einem Bundesland wird nicht schlagkräftiger, indem man die dafür zuständige Behörde einfach auflöst". Enzenhofer, der auch Sprecher der VP-Landesschulratspräsidenten ist, bekannte, "dass die Wichtigkeit einer kompetenten Landesschulbehörde unter den ÖVP-Landesschulratspräsidenten unbestritten ist". Die Notwendigkeit einer regionalen Schulbehörde ergebe sich schon aufgrund der großen Zahl an Schulen sowie der Vielfalt der Aufgaben wie etwa inhaltliche Steuerung oder Koordination der Bildungsstandards durch die Schulaufsicht. "Ich halte es für vollkommen kontraproduktiv, was da an Einzelideen formuliert wird", so Enzenhofer. ****

Im Zuge der Verhandlungen um eine Verwaltungsreform sei eindeutiger Tenor gewesen, sich "gerade in der Frage Landesschulrat bzw. Landesbildungsdirektion ein Jahr Zeit zu geben, um zu koordinieren und Vorschläge zu erarbeiten", erläuterte Enzenhofer. "Es wäre gut, sich in diese Diskussion mit einzubringen, anstatt durch plakative Aussagen zu verunsichern", so der oberösterreichische Landesschulratspräsident.

Zu Cortolezis-Schlagers Aussagen in Richtung Wiener Lehrer merkte Enzenhofer an, er selbst sei zwar in Oberösterreich tätig, aber "ich weiß, dass alle Lehrerinnen und Lehrer in Wien im Sinne einer guten Schule arbeiten". Die Frage des Sonderpädagogischen Förderbedarfs werde in Wien aber offensichtlich relativ stark vermischt mit der übrigen Betreuungsfunktion, die in der Verantwortung der Gemeinde liege. "Hier wird man sich ansehen müssen, ob die Dienstposten, die laut Finanzausgleich für Förderung vorgesehen sind, auch tatsächlich für Unterricht verwendet werden, oder ob sich die Stadt Wien nicht einfach auf diesem Wege Gelder spart, die eigentlich von der Gemeinde selbst zu leisten wären", sagte Enzenhofer.

Dass man die Schulverwaltung in Zukunft nicht mehr von Lehrerinnen und Lehrern durchführen lassen solle, "würde bedeuten, dass man eine Schulleitung bekommt, die inhaltlich vom Betrieb in einer Schule keine Ahnung hat. Das ist der falsche Weg", sagte Enzenhofer, der abschließend ausführte, dass "die Direktoren eine wichtige Steuerfunktion haben, sie aber nicht mit Administration überbelastet werden, sondern sich ganz der Schulqualität und der Organisation des Schullebens widmen sollten".

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