Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar =

Preisfragen

Jahrelang hat man die Österreicher dazu erzogen, für Alter und Notfälle private Vorsorge zu treffen. Brav, wie die Österreicher nun einmal sind, taten und tun sie das auch. Klarerweise schlägt sich das in der Statistik nieder - nur heißt es dort "Vermögen" und nicht "Vorsorge".

Postwendend sind einige Ideologen - auch aus dem sogenannten Wirtschaftsforschungsinstitut - auf die Idee gekommen, Vorsorge mit höheren Steuern oder Abgaben zu belegen. Ähnlich würde Alfred Gusenbauers Vorschlag einer Verbreiterung der Sozialversicherungsbasis all jene strafen, die eine Vorsorgewohnung zur Sicherung ihres Alters mittels Mieteinnahmen gekauft haben.
Wen wundert es eigentlich noch, dass die Politikverdrossenheit ständig wächst?

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Die Talkshows in deutschen Fernsehanstalten haben einen neualten Hauptfeind: die Unternehmer. Empört wird kritisiert, dass Firmen Gewinn machen und dennoch Arbeitskräfte abbauen. Abgesehen davon, dass die meisten Gewinne im Ausland erzielt werden, gibt es in einer wirklich freien Marktwirtschaft ein probates Mittel gegen eventuell wirklich überhöhte Gewinne: Eine Konkurrenzfirma bietet das gleiche Produkt oder die gleiche Leistung zu einem niedrigeren Preis an. Millionenfach so geschehen. Wenn hingegen Staatsinterventionisten hohe Gewinne verbieten - oder solches bloß ankündigen -, passiert nur eines: Kaum jemand wird in diesem Land noch investieren. Und das hilft den Arbeitssuchenden am allerwenigsten.

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In Frankreich wiederum haben die Sozialisten nun beschlossen, sie werden Unternehmen einfach die Kündigung von Mitarbeitern verbieten, sollten sie jemals wieder an die Macht kommen.

Dazu zwei Preisfragen: 1. Warum legen Menschen, die Geld haben, es lieber in den USA, Großbritannien oder Dänemark an, wo keine politisch relevante Kraft solche Ideen propagiert? 2. Entstehen in diesen Ländern mehr oder weniger Arbeitsplätze als in Frankreich?

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