Brinek: SPÖ-Bildungsauffassungen korrekturbedürftig

Unis sind weiter, als Broukal es wahrhaben möchte

Wien, 23. November 2005 (ÖVP-PK) "Der unmittelbare Schluss der SPÖ, dass unser Bildungssystem segregierend wirken würde, ist nicht zulässig. Ein Schulsystemvergleich alleine mit Deutschland zeige, zu welchen Ergebnissen etwa die Länder mit differenziertem Schulsystem und jene mit Gesamtschulsystem kommen", sagte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek heute, Mittwoch, zu Aussagen des SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer. Die deutsche PISA-Länderauswertung zeige deutlich, dass es nicht auf die äußere Organisation des Schulwesens ankomme. ****

Die Notwendigkeit, segregative Züge im System zu beheben, liege in der Verstärkung der Unterrichtsqualität bzw. in der nachhaltigen Förderung bis hin zur Einzelförderung von Schülerinnen und Schülern. "Gerechte Systeme beheben Lernmängel und Wissenslücken sehr rasch - fundierte Kenntnisse der Kulturtechniken sind die
Basis jedweder persönlicher und beruflicher Entwicklung", so die ÖVP-Wissenschaftssprecherin weiter.

Den von Gusenbauer aufgeworfenen Fragen könne mit den aktuellen Bildungsbudgetzahlen entgegnet werden. Der jüngste OECD-Bericht stelle Österreich ein gutes Zeugnis aus: "79 Prozent der Bevölkerung haben mindestens die Sekundarstufe II abgeschlossen." Im Jahr werden in Österreich pro Volksschüler 7.015 Dollar ausgegeben (Platz neun von 28), pro Schüler in der Sekundarstufe 8.887 Dollar (Platz fünf von 27), pro Studierender/m 12.448 Dollar (Platz sieben im OECD-Vergleich).

Insgesamt seien die Ausgaben für schulische Bildung in Österreich in den letzten 10 Jahren um 24 Prozent gestiegen, für Universitäten seit 2000 um 16 Prozent - 2007 bis 2009 kommen 11 Prozent dazu. Die Ausgaben für Forschung hätten sich seit 2000 verdoppelt.

Die Ausgaben für Landesschulangelegenheiten (Pflichtschulen) würden im Finanzausgleich geregelt. "Soviel ich weiß, hat Sepp Rieder dem Finanzausgleich mit dem Finanzminister aktiv
zugestimmt", so Brinek. Darüber hinaus gebe die Bundesregierung allein für Integrationsangelegenheiten 1.300 Planstellen nach Wien. "Dass nun allfällige weitere notwendige Planstellen abgerufen werden können, d.h. die Vergabe dieser Ressourcen an den Nachweis der Notwendigkeit gebunden ist, ist nicht von Vorneherein politisch obszön, sondern nur gerecht".

Zu dem von Gusenbauer verlangten verpflichtenden Vorschuljahr hielt Brinek fest: "Frühförderung und 'preschool-Programme' dürfen nicht auf eine frühe Pflichtverschulung hinauslaufen, sollten jedoch in Zukunft selbstverständliche Bildungsangebote darstellen und im Kindergarten, der ein 'Bildungsgarten' ist, angeboten werden".

Forschung und Lehre nicht trennbar

SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal sei "offenbar schon vor längerer Zeit aus der Diskussion, die an den Universitäten in Zusammenhang mit Entwicklung und Schwerpunktsetzungen stattfindet, ausgestiegen". "Darüber hinaus möchte ich ihn auf das Bildungsziel der Universität verweisen und das Typische herausstreichen, nämlich forschungsgeleitete Lehre anzubieten." Daher könne man Forschung und Lehre nicht trennen, wenn man Universität im traditionellen Sinn verstehen wolle. Nur im Hochschulwesen des Realsozialismus sei die Lehre von der Forschung getrennt worden, "was auch in den entsprechenden Ländern mittlerweile als überholt gilt", so Brinek.

Überraschend sei auch Broukals Haltung zur Forcierung der Verkürzung der Studienzeit, "hat er doch dieses Ansinnen bis vor kurzem immer wieder zurückgewiesen". In der Tat habe Österreich in den späten 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts die längsten Studienzeiten aufgewiesen, was insgesamt als veränderungsbedürftig gesehen worden sei und sich unter der Bundesregierung mit Bundeskanzler Schüssel positiv verändert habe.

"Broukal liegt gänzlich daneben, wenn er Lehre forcieren, aber Forschung nicht berücksichtigen will. Mit den Vorbereitungen für die künftigen Leistungsvereinbarungen sind die Unis längst weiter als Broukal es wahrhaben möchte", schloss Brinek.

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