Pirklhuber: Gentechnikfreie Futtermittelversorgung ist machbar

Gentechnikfreiheit als große Chance für die heimische Landwirtschaft

Wien (OTS) - "Die Österreichische Landwirtschaft steht vor einem Scheideweg: Sie profiliert sich als europaweite Vorreiterin für eine gentechnikfreie Qualitätsproduktion oder konkurriert mit industrieller Gentech-Massenware", kommentiert der Agrarsprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber, den heutigen Endbericht der AMA-Studie. Er fordert BM Pröll und BMin Rauch-Kallat auf, gentechnikfreie Futtermittel in allen Produktionsbereichen zu ermöglichen und ein Konzept für eine flächendeckend gentechnikfreie Fütterung vorzulegen.

Die AMA-Machbarkeitsstudie bestätige, dass eine gentechnikfreie Futtermittelversorgung prinzipiell möglich ist. Bei der Rindermast sei gentechnikfreie Fütterung jetzt schon machbar, ein Großteil der Branche sei bereits "umgestiegen". Für die Fütterung von Schweinen und Geflügel müssten noch Hürden beseitigt werden, um eine gentechnikfreie Produktion zu ermöglichen.
"Gentechnikfreiheit ist nicht nur ein Nischenprogramm. Sie ist vielmehr die einmalige Chance, gentechnikfreie österreichische Qualitätsprodukte auf dem Markt zu positionieren", betont Pirklhuber. Erfolgsmarken wie NÖM, Tirolmilch, Kärntner Milch, Fleischverarbeiter Schirnhofer und Toni’s Freilandeier hätten bereits bewiesen, dass dies in der Praxis möglich ist.
"Es ist höchste Zeit, dass die 600.000 Tonnen Gentech-Soja aus Übersee durch heimische Eiweißfuttermittel ersetzt werden", ergänzt Pirklhuber. Gentech-Importe verhinderten nicht nur die gentechnikfreie Produktion in Europa, sondern seien auch für die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes verantwortlich. Darüber hinaus werde so den Menschen in den Entwicklungsländern die Ernährungsgrundlage entzogen. Der Boden in den Ländern des Südens dürfe nicht länger zur Viehmast für Europa verwendet werden, sondern müsse den Landlosen und der ärmeren Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Durch eine flächendeckend gentechnikfreie Produktion in Österreich könnten auch die Nebenkosten - die durch zwei getrennte Produktionsschienen 'gentechnikfrei' und 'gentechnisch verändert' entstehen - vermieden werden, schließt Pirklhuber abschließend.

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