Kärntner Forderungspaket an Bundesministerin Gehrer

LHStv. Strutz: Gehrer kommt Länderforderung nach zusätzlichen Integrationslehrern nicht nach - Kritik wegen Refundierung von Dienstposten im sonderpädagogischen Bereich

Klagenfurt (OTS) - Scharfe Kritik übte heute, Mittwoch, Kärntens Bildungsreferent LHStv. Martin Strutz an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, die der Länderforderung nach 700 zusätzlichen Integrationslehrern nicht nachkommen wolle. Gehrer handle damit verantwortungslos und gefährde fahrlässig die Unterrichtsqualität sowie die optimale Ausbildung der Jugend, sagte Strutz. Er erinnerte die Ministerin daran, dass mit dem Finanzminister im Rahmen der Verwaltungsreform die Finanzierung der dringend benötigten Integrationslehrer bereits ausverhandelt worden sei. Gehrer habe also die finanziellen Vorraussetzungen und müsse nun umgehend tätig werden.
Die Forderung der Bildungsministerin nach einem Nachweis an erhöhten Förderbedarf sei ein reiner Hohn, so Strutz. Kärnten werde ein Forderungspaket erarbeiten, das der Bundesministerin noch vor Weihnachten übergeben werden soll. Der Bildungsreferent präsentierte eine aktuelle Statistik, die für Kärnten einen Bedarf an insgesamt 70 Förderlehrern zur Integration von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache aufzeige. Derzeit seien in Kärnten 30 Förderlehrer im Einsatz und würden ausschließlich vom Land bezahlt. Die Kosten dafür betragen laut Strutz rund 1,1 Mio. Euro. In Wien hingegen würden die Förderlehrer vom Bund bezahlt.
Kritik am Bund äußerte Strutz außerdem in Bezug auf die Refundierung von Dienstposten im sonderpädagogischen Bereich. Das Land Kärnten bekomme vom Bund für das laufende Schuljahr 483 Dienstposten im sonderpädagogischen Bereich refundiert, was einen Berechnungsfaktor von 2,7 Prozent ergibt. "Bedauerlicherweise ist der echte Anteil an Sonderförderungsbedarf aber bereits bei 4,7 Prozent aller Schüler bescheidmäßig vorhanden", so Strutz. Das bedeute, dass Kärnten jährlich zusätzlich Sonderpädagogen, die nicht vom Bund refundiert werden, einstellen muss. "Im Schuljahr 2005/06 hat Kärnten zusätzlich 60 Dienstposten für diesen Bereich gebraucht, das entspricht einen zusätzlichen Aufwand von 2,5 Millionen Euro", erläuterte Strutz. Das Land Kärnten biete im Bundesvergleich die besten Bedingungen für beeinträchtigte Kinder und "dieses Engagement muss auch vom Bund anerkannt werden", so Strutz. Wenn der Finanzminister die finanziellen Mittel zur Verfügung stelle, dürfe die Auszahlung an die Länder durch Geher nicht blockiert werden. Aus diesem Grund werden der Kärntner Landehauptmann und der Bildungsreferent Gehrer noch vor Weihnachten das Forderungspakt überreichen und die Bundesministerin einladen, sich vor Ort einen Eindruck über die Notwendigkeit von Integrationslehrern in Kärntens Schulen zu machen.

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Pressesprecherin LHSTv. Dr. Martin Strutz
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