GPA-Stein: Aufhören, die Bildungssituation schön zu reden

Alfred Dallingers Finanzierungsmodelle für den Erhalt des Sozialstaates aktueller denn je

Wien (GPA/ÖGB) - "Österreich steht mit seinem Bildungssystem bei weitem nicht so gut da, wie es uns die verantwortlichen PolitikerInnen weismachen wollen. Allein die jüngste Debatte rund um den Bedarf von zusätzlichen StützlehrerInnen zeigt, wie sehr etwa Bildungsministerin Gehrer von der schulischen Realität entfernt ist. Anstatt zu handeln und die evidenten Probleme rasch zu lösen, präsentiert sich Gehrer wieder einmal als perfekte Schönrednerin", erklärt die Bundesgeschäftsführerin der GPA, Dwora Stein, im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich des Alfred-Dallinger-Symposiums in Wien. ++++

Der Bereich der schulischen Integration sei aber nur ein Beispiel, anhand dessen die Probleme manifest werden. So fehlen nach wie vor tausende Lehrstellen. Fast 19.000 Jugendliche fanden Ende Oktober 2005 keine Lehrstelle. Die bisherigen Kompensationsmaßnahmen reichen bei weitem nicht aus. Die "Schulkarrieren" österreichischer SchülerInnen seien viel stärker an die soziale Herkunft gebunden als in anderen Ländern. Die soziale Lage der Studierenden habe sich seit der Einführung der Studiengebühren erheblich verschlechtert. Es gebe immer weniger Studierende aus bildungsfernen Schichten sowie Studierende mit Kindern und die Zahl der erwerbstätigen Studierenden habe sich drastisch erhöht. Auch in der betrieblichen Weiterbildung liege Österreich im EU-Vergleich ebenfalls in einer schlechten Position, so Stein.

"Bildung ist der Motor des gesellschaftlichen Fortschritts. Mit diesen Worten hat Alfred Dallinger die Bedeutung des Faktors Bildung für die Entwicklung moderner Gesellschaften auf den Punkt gebracht. Wenn man ein modernes Bildungssystem will, muss man dafür Sorge tragen, dass der öffentliche Bereich genügend finanzielle Ressourcen zur Verfügung hat. Alfred Dallinger hat schon in den achtziger Jahren auf die Notwendigkeit einer Verbreiterung der Bemessungsgrundlage für die Sicherung des Sozialstaates hingewiesen, ähnliche Modelle wären auch für die Finanzierung der Bildung notwendig. Seine Ideen sind somit heute aktueller denn je", so Stein abschließend.

ÖGB, 23. November 2005
Nr. 660

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